Jun 202016
 

Vor einiger Zeit wurde ich vom Abacus-Verlag kontaktiert, ob ich mich nicht um ein Rezensionsexemplar von Danise Junos neuem Geocaching-Roman “Death Cache – Tödliche Koordinaten” bewerben möchte.

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Natürlich habe ich das gemacht und saarzwerg – als ausgewiesene Viel- und Schnell-Leserin – das Buch zur Beurteilung gegeben. Wie es Ihr gefallen hat, könnt Ihr im Folgenden lesen.

 

Die Rezension von “Death Cache”

Kaum hatte ich “Das Schaf-Komplott” zu Ende gelesen, flatterte uns der nächste Geocaching-Krimi ins Haus: Death Cache – Tödliche Koordinaten von Danise Juno. Das Thema Geocaching scheint ein Thema am Markt zu sein, dass sich gut verkaufen lässt, wenn man sich  die Zahl der Neuerscheinungen an Büchern allein in den letzten Wochen so anschaut.

Aber was hat es jetzt mit diesem Buch auf sich? Der Umschlagtext sagt, nach einer kurzen Inhaltsangabe, dazu Folgendes:

Geocaching wird mehr und mehr zum Trend, doch ist diese GPS-Schatzsuche wirklich so ungefährlich oder überdeckt der Nervenkitzel einfach jegliche Gefahr?

Ein Thriller, der die Sicherheitslücken des Geocaching beleuchtet und sich mit den Gefahren auseinandersetzt, die GPS-Verfolgung mit sich bringt – nicht nur für Kenner der Geocaching- Szene!

Aha, ich muss gestehen, nach diesem Text war ich doch etwas irritiert: “Sicherheitslücken des Geocaching”, “GPS-Verfolgung” – was meint die Autorin damit? Klingt für mich etwas reißerisch, aber so muss Werbung ja wohl sein …

Ich habe dann mal ein bißchen gegoogelt und folgenden Pressetext gefunden: “Autorin Danise Juno cacht seit Jahren. Wie für viele andere Menschen ist Geocaching auch bei ihr zu einem Hobby geworden, das die Leute vor allem bei schönem Wetter nach draußen auf die Suche nach Caches treibt.”
Das klingt doch schon mal gut und macht Lust auf’s Lesen, auch wenn die Inhaltsangabe, die aussagt, dass “ein erbitterter Kampf um die Toplist der besten Cacher ausgebrochen zu sein (scheint)” mich an das Buch “Knochenfinder” erinnert hat, das ich hier ebenfalls schon besprechen durfte.

Mit dem Buch “Knochenfinder” hat Danise Junos Roman aber  keinerlei Ähnlichkeit: Im Mittelpunkt stehen zwei Geocacher, die seit ihrer Kindheit befreundet sind und sich nun auf der Jagd nach der Führung in der Toplist entzweit haben. Da dachte ich, ja, Danise Juno ist wirklich Geocacherin und kennt die Szene. Das dachte ich auch, als ich lesen durfte, wie sie einen Besuch eines der Protagonisten bei einem Event beschrieb: Dort laufen Cacher in “Armeehosen” rum, einer hat sich sogar einen TB auf den Arm tätowieren lassen. Ja, kenne ich auch so! :D

Aber zurück zur Toplist: Die beiden Protagonisten der Handlung konkurrieren zwar um einen Spitzenplatz in der Toplist, schaffen es aber immer nur auf Platz zwei derselben. Angeführt wird die Toplist von einem Cacher namens Sammaël, der scheinbar jeden FTF holt, den es gibt und selbst schwere Mysteries legt.
Hier bin ich dann gleich zweimal ins Straucheln gekommen: Einmal bei der Beschreibung der Autorin, welches GPS-Gerät man zum Finden schwerer Caches braucht und zum zweiten Mal, als der Protagonist Michael zum Ausdruck bringt, dass die von Sammaël gelegten Mysteries es in sich haben:

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So zeigt der Protagonist Michael alias Mysthunter beim Event sein nagelneues Oregon, während andere Cacher nur ein etrex besitzen. Einer der Eventbesucher kommentiert das Oregon wie folgt:

Eigentlich unnötig für die normalen Zwei-(sic!) bis Dreier, aber wenn du die Schweren von Sammaël finden willst, dann gibt es natürlich nichts Besseres (S. 43)

Aha, wußte ich auch noch nicht, dass ein Oregon besser für schwierige Caches ist. Bisher dachte ich immer, die Entfernungsanzeigen zum nächsten Wegpunkt bekäme man via Satellit, so dass es egal ist, welches der GPS-Geräte von Garmin ich benutze. Ich hatte irgendwann mal ein etrex, damit konnte ich im Vergleich zum Oregon nicht paperless cachen, mittlerweile können die etrexe das aber, soweit ich weiß, auch. Und auch diese Funktion hat ja wohl nichts damit zu tun, wenn es darum geht, schwierige Caches leichter oder schneller zu finden?

Bezogen auf Sammaël als Owner schreibt die Autorin:

Zur Verschlüsselung der Caches “jagte (…) der Typ (…) die Cachekoordinaten (…) nicht nur durch die Enigma, sondern verschlüsselte diese zusätzlich noch auf alle möglichen Arten. Runenschrift, Akkadisch, ägyptische Hyeroglyphen” (S. 34)

Ok, das ist wohl eindeutig eine Beschreibung, die auch Muggeln verständlich machen soll, was Mysteries sind, mich hat sie aber irritiert.

Im Umschlagtext wird ja die Frage gestellt, ob ” der Nervenkitzel einfach jegliche Gefahr (überdeckt)?” Dazu muss dann natürlich auch eine Passage kommen: Es wird ein Cache gepublisht, der auf seinen Erstfinder wartet. Zwei Cacher machen sich fast zeitgleich auf den Weg. Einer stellt fest, dass der T5er sich wohl auf dem Mittelstreifen der Autobahn in Höhe einer Schilderbrücke befinden muss und rennt quer über die Fahrbahn, um zur Dose zu gelangen. Heil auf dem Mittelstreifen angelangt stellt er aber, oh Wunder, fest, dass dort keine Dose liegt. Im FTF-Wahn hat er die Schilderbrücke nicht registriert, an der die Dose magnetisch klebt. Der zweite Cacher wählt auch einen extremen Weg: Er springt von einer Fußgängerbrücke aus auf das Autobahnschild. Ok, kann man machen, muss man aber sicherlich Beides nicht – oder habt Ihr sowas schon mal gemacht oder davon gehört?

Insgesamt liest sich der Roman bis auf zwei, drei kleinere Passagen, die für mich schlichtweg unnötig waren (z.B. versuchter sexueller Übergriff eines Jägers auf einem Hochsitz auf eine Cacherin, der gar nichts mit der Story zu tun hat) und vielleicht die Leser bei der Stange halten sollen, durch den Schreibstil gut und man erfährt auch historisch korrekte Tatsachen: So gibt es in Zusammenhang mit einem Cache eine Schilderung der Situation rund um die Brücke von Remagen in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges. Schade, dass hier kein Lektor nachgerechnet hat – die Ereignisse sind zum Zeitpunkt, an dem der Roman spielt, nicht erst “fünfundfünfzig Jahre” (s. 59) vorbei.

Die eigentliche Krimihandlung ist spannend geschildert und das Motiv des Killers, der fingierte Caches auslegt, die verletzen bzw. töten sollen, ist durchaus logisch. Mir selbst wurde in das Buch zwar fast zuviel an Nebenhandlung reingepackt und die ein oder andere Erklärung zu Themen, die mit Geocaching assoziiert sind, war für mich nicht sauber, dennoch ließ es sich flüssig runterlesen. Doch dies ist nur meine persönliche Meinung, andere cachende Leser sind da durchaus anderer Ansicht, wie Ihr beim Gocacher nachlesen könnt. Am Besten, Ihr macht Euch selbst ein Bild. Übrigens, beim GOCacher könnt ihn noch bis Mittwoch dieses Buch gewinnen!

 

Über das Buch

Danise Juno
Death Cache. Tödliche Koordinaten
Buch-ISBN: 978-3-86282-416-8
300 Seiten, Paperback
Erscheinungstermin: Mai 2016

 

Der Preis für Death Cache

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Transparenzhinweis

Das Buch wurde mir als Paperback für diese Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt und ich darf es anschließend behalten. Wer mich kennt, weiß, dass dies meine Objektivität bei diesem Testbericht nicht beeinflusst. Die Besprechung beschreibt die ehrliche Meinung von saarzwerg über diesen Krimi.

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Habt Ihr das Buch schon gelesen? Wie steht Ihr zu Geocaching-Romanen? Habt Ihr eine Empfehlung zu guten und lesenswerten Büchern mit diesem Thema? Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare unter diesem Beitrag!

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  2 Antworten zu “Death Cache – wieder ein Geocaching-Krimi”

  1.  

    Wir haben uns das Buch nach der guten Rezension von GOCacher gekauft und waren sehr enttäuscht. Andere Geocaching-Krimis wie 5 oder Knochenfinder haben uns deutlich besser gefallen. Leider hatten wir deine Rezension nicht mehr im Kopf, denn die trifft es eher. Dass die Autorin selbst cachen soll, kann ich gar nicht glauben, so merkwürdig wie einige Dinge dargestellt wurden.

  2.  

    Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass manche Passagen ein Muggel geschrieben hat, plötzlich wurden Begriffe wie FTF merkwürdig verwendet und noch ein paar andere Ungereimtheiten. An sich jedoch las sich das Buch sehr kurzweilig mit teilweise gelungenen Überraschungen in bezug auf die handelnden Personen. Über einige doch sehr konstruierte Sachverhalte kann man da auch mal hinweglesen. ;)
    Danke für die Rezension, der ich weitestgehend zustimme.

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