Sep 242015
 

Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit einen tollen Lost Place in Berchtesgaden zu besuchen. Leider hat der Owner den zugehörigen Multi im August 2014 archiviert, obwohl der Cache immer noch machbar ist.

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Bei diesem Lost Place handelt es sich um ein verlassenes Traditionshotel, welches aus mehreren Gebäuden besteht. Ich nehme Euch mit auf eine virtuelle Reise durch diesen besonderen Ort…

 

Die Vorbereitung

Schon vor einigen Jahren ist mir ein Lost Place in Bayern aufgefallen, der von den meisten Bersuchern gelobt wurde. Also habe ich mir den Multi “Cacherurlaub im Hotel Geiger – Lost Place” in die Bookmarkliste meiner noch geplanten Touren aufgenommen. Im Listing konnte ich lesen, dass es sich um ein verlassenes Hotel handelt, welches aus mehreren Gebäuden besteht und sogar ein Hallenbad hat. Der Multi umfasst fünf Stationen und das Final.

Da dieser Lostplace mehr als 400 Kilometer Luftlinie von uns weg liegt, hat es sich irgendwie nicht ergeben dort mal vorbei zu schauen.

Als ich dann unsere Geobergtour 2015 vorbereitet habe, ist mir dieser Lostplace-Multi wieder in den Sinn gekommen. Leider musste ich feststellen, dass er am 18. August 2014 archiviert wurde. Da er aber seitdem fast dreißig Mal geloggt wurde, machte ich mir Hoffnungen, dass der Geocache noch machbar wäre.

 

Die Recherche

Bevor wir dort hinfahren, wollte ich natürlich wissen, was mich erwartet. Also habe ich Google nach dem Hotel Geiger in Berchtesgaden befragt und wurde fündig. Dieses Hotel hat sogar einen eigenen Eintrag in Wikipedia, welcher seine eindruckvolle Geschichte beschreibt!

Schon 1885 wurde ein aus dem 15. Jahrundert stammendes Bauernhaus von dem pensionierten Zollinspektor Hugo Geiger in eine Pension umgebaut. Bereits einige Jahre später wurde wegen der großen Nachfrage ein zusätzlicher Gebäudeflügel mit Gästezimmern angebaut. Nach dem Tod von Hugo Geiger übernahm sein Sohn die Pension und baute sie zu einem Hotel um, was schnell zu einer der ersten Adressen im ganzen Kaiserreich wurde.

Im November 1997 musste das Hotel Insolvenz anmelden und ist seither verlassen. Zunächst wurde es noch beheizt und bewacht. Einige Filme wurden in dieser Kulisse gedrecht, bis es dann irgendwann sich selbst überlassen wurde.

Am 14. März 2011 wurde der Multi auf dem Gelände des ehemaligen Hotels freigeschaltet, der seitdem 915 Mal geloggt und mit insgesamt 472 Favoritenpunkten bedacht wurde.

An dem Tag, an dem im Hotel Geiger ein Schwelbrand ausgebrochen war, wurde der Geocache vom Owner archiviert…

 

Rund um das Hotel Geiger

Etwas abseits der Haupteinfahrt finden wir einen etwas geschützen Parkplatz. Der geteerte Weg zu den Hotelgebäuden ist frei und steht offen. Rund um die Gebäude ist das Gelände mittlerweile schon etwas zugewachsen. Der Baustil erinnert mich mehr an den Schwarzwald als an Bayern…

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Vor den Gebäuden liegt allerlei Gerümpel, was aus dem Haus geschafft wurde.

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So auch zwei Heimtrainer…

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… und ein Musikinstrument, welches heute keinen Ton mehr von sich gibt.

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Von der nahegelegenen Wiese kann man sehen, wie groß dieses Areal früher gewesen sein muss.

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Nachdem wir unsere Außenbesichtigung abgeschlossen haben, wollen wir auch das Innere erkunden. Alle Türen stehen offen. Betreten verboten-Schilder oder gar versperrte Türen und Fenster suchen wir vergebens.

 

Im Inneren des Hotel Geiger

Leider ist dieser Lost Place schon lange kein Geheimnis mehr. Auch die Sprayer haben sich hier ausgetobt. Die meisten Räume sind leer oder gar zugemüllt. An einigen wenigen Stellen ist noch ein vereinzeltes beschädigtes Möbelstück zu finden.

Hier ein paar Impressionen aus den ehemaligen Gästezimmern.

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Natürlich interessieren wir uns auch für den Keller. Dort soll ja ein Hallenbad gewesen sein. Aber zuerst erreichen wir die Küche. Hier wurde wohl Alles verkauft, was sich irgendwie abmontieren ließ. Außer den gekachelten Wänden ist hier nichts mehr zu finden.

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Den Wärmeschrank auszubauen hat sich scheinbar nicht mehr gelohnt – er war bei unserem Besuch noch vorhanden.

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Langsam scheinen wir in die Nähe des Hallenbandes zu kommen. Ein Wegweiser an der Wand deutet darauf hin.

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Auch über das Hallenband sind leider die Spayer hergefallen. Schön schaut in meinen Augen dann doch anders aus! Rechts kann man noch die Reste einer Halfpipe erkennen. Im Wikipedia-Artikel über das Hotel Geiger war zu lesen, dass das Hallenbad von den Jugendlichen im Ort zum Skaten benutzt wird.

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Bei unserem Besuch während der Woche zur Mittagszeit sind wir die Einzigen hier. Wir schauen uns in Ruhe um ohne gestört zu werden.

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Vor dem Hallenbad kann man noch etwas von dem Prunk vergangener Zeiten erahnen. Die Wand und die Decke sind mit Holz vertäfelt und ein offener Kamin hat hier sicher mal für eine gemütliche Atmosphäre gesorgt.

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Damit ist unser Rundgang durch dieses schicksalsträchtige Haus nun fast zu Ende.

Das Logbuch des Multis fehlt ja noch. Schon in der Vorbereitung konnte ich mir aus den Logs und der Lösungsformel ein paar Finalkoordinaten basteln, die nach meiner Meinung die einzige sinnvolle Lösung darstellen.

Wir haben Glück – an den vermuteten Koordinaten angekommen finden wir das “Logbuch”.

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So können auch wir uns noch eintragen.

 

Mein Fazit

Wow – was für ein Lost Place. Hier haben die Owner etwas ganz Besonderes gefunden. Schade, dass der Cache inzwischen archiviert wurde. Ich kann die Begründung der Owner für diesen Schritt jedoch nachvollziehen. Es ist schön, dass dieser Multi immer noch machbar ist!

In den Gebäuden gibt es immer noch Einiges zu entdecken: Wandverkleidungen, Schilder und Beschriftungen. Schade finde ich nur, dass – wie bei so vielen Lost Places – Sprayer glauben sich hier austoben zu müssen.

Für den Hotelkomplex gibt es scheinbar inzwischen eine Abrißgenehmigung – es fehlt nur am Investor. Mal schauen, wie lange er noch so existiert…

*****

Von dieser Tour habe ich noch ein paar Bilder mehr in meinem Webalbum.

Wie steht Ihr zum Loggen von archivierten Caches, die noch machbar sind? Wie immer freue ich mich über Euer Feedback unter diesem Artikel!

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  3 Antworten zu “Hotel Geiger: Cacherurlaub im Lost Place!”

  1.  

    Bin zufällig auf Deine Seite gekommen. Ich habe viele Wochen meiner Kindheit an diesem Platz erlebt. Mir kommen die Tränen wenn ich dies sehe…aber gut, die Natur holt sich alles wieder. Deine Kommentare zu den Bildern finde ich sehr gut. Viele Grüße! Kati

  2.  

    Wenn man den Cache absolviert hat und die Dose mit Logbuch vom Owner noch nicht eingesammelt wurde, warum nicht? Die Dachlatten sind mit Sicherheit nicht das original Logbuch … und es wird trotzdem geloggt. Man war ja schliesslich da, nicht? Aber selbst die eigene Anwesenheit ist heute nicht mehr “Pflicht”. Beispiele auf Anfrage.

  3.  

    Kommt auf den Cache an. Die Caches im NVA in Frauenwald waren auch archiviert aber noch machbar, als wir dort waren. Da spricht für mich nichts dagegen. Ob ich allerdings irgendnen Popeptradi nach der Archivierung loggen würde, bezweifle ich.

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