Aug 062015
 

Heute möchte ich euch einen Geocacher aus Rheinland-Pfalz vorstellen, der sehr ausführlich meine Interviewfragen beantwortet hat. Besonders haben mir seine vielen Cache-Tipps gefallen – sicher werde ich einige davon angehen!

Der Geocacher "DerSteph", den ich hier im Interview habe...

DerSteph & NRG235

Nun viel Spaß beim Lesen seines Interviews…

Wie lange bist du schon Geocacher?

Ich cache seit April 2012, gehöre also eher zum jüngeren Eisen.

Wie bist du zum Geocaching gekommen?

Im April des besagten Jahres lag ich faul auf der Couch und schaute eine „Wissenschaftssendung“ im Abendprogramm von Pro7, wo u.A. ein Beitrag über Geocaching lief. Bis dahin hatte ich noch nie etwas von diesem Hobby gehört, fand es aber äußerst faszinierend. In der Werbepause googelte ich erst einmal danach und landete zuerst bei geocaching.de. Da die Seite damals noch nicht viel hergab, forschte ich weiter. Am gleichen Abend entstand so mein Account bei geocaching.com. Der erste Cache lag unmittelbar 50m vor meiner Haustür und war gleich ein Reinfall. Ich glaube, ich war dreimal vor Ort, bis ich fündig wurde (D1/T1,5!). Ich wusste damals ja noch gar nicht, wonach ich genau suchte, geschweige denn, was ich mir unter dem Hint „magnetisch“ vorstellen musste. Nach dem ersten Fund war ich allerdings angefixt und bin dabei geblieben. :)

Wie viele Caches hast du bisher gefunden?

Mein aktueller Zähler liegt bei 1555 Caches. Im Vergleich zu anderen Usern steigt die Zahl wohl nur langsam, da ich inzwischen mehr Wert auf Qualität als auf Quantität lege. Tradi-Powertrails gibt es bei mir nicht mehr. Einmal und nie wieder! Stupide 40 Filmdosen, alle 161m. Stumpfer und langweiliger ist nur das Sat1-Nachmittagsprogramm. Dann lieber 100km für einen Cache als 10km für 50 Caches fahren.

Was ist Deine Homezone?

Meine Homezone ist primär das schöne Koblenz an Rhein und Mosel. Hier direkt ein Verweis auf das Mega 2016 ;-)

Welches ist Dein aktueller Lieblingscache? Warum ist er es?

Puh, das ist schwer zu sagen. Da gibt es, wie bei allen Cachern, wohl mehrere. Unangefochten an Platz 1 liegt immer noch „Hart am Wind“. Dies war mein 1000. Fund und seitdem wohl auch der schönste Multi, den ich machen durfte. Alle Stationen inkl. Final waren einzigartig. Auch ein Ausflug nach Wachtendonk diesen Juli verdrängt den Cache nicht von Platz 1.

Absolut klasse war auch „F I N G E R P R I N T S“. Ein T5, bei welchem man sich wirklich auspowern konnte: Lost Place durch und durch, Wathosen-Spaß, Bandschlingentechnik, 20m-Brückenabseiler, Indoor-Klettern, lange Märsche durch Versorgungsschächte, kurz: der feuchte Traum eines jeden Cachers. :)

Aktuelle Caches, die ich wirklich sehr sahne fand, sind aber „Der falsche Major“, „Dexter²“, sowie die beiden „GC SEALS“-Caches (GC4XG1Q & GC4J2F2). Diese Caches haben alles, was man sich wünscht: LP-Feeling, tolle Bastelarbeit, Spaß & Action, Spannung, Spiel und Schokolade. :)

Welches ist der Cache, der Dir bisher am wenigsten gefallen hat und warum?

Ich zerreiße ja ungern Caches und versuche auch bei schlechten Dosen noch schöne Worte zu finden. Aber bei GC2VRBG konnte ich nicht mehr an mich halten. Eine „Dose“, versteckt unter kaputten Eternitplatten im Gebüsch an einer Schnellstraße, umringt von Hundekot und jeder Menge Müll. Entsprechend fiel damals auch mein Log aus.

Welches war Dein verrücktestes Erlebnis beim Geocachen?

Abgesehen davon, dass ich dreimal schon Pärchen beim Paarungsverhalten ungewollt gestört hatte, war das wohl der Fund einer Stabbrandbombe beim Multi „Nicht für jedermann“. Ich hob das Ding auf, weil ich es für ein Tischbein oder ähnliches hielt. Ein Mitcacher tippte mir dann auf die Schulter und meinte, dass ich das Ding lieber sehr vorsichtig wieder hinlegen sollte. Danach war mir erst mal etwas mulmig…. Wir hatten nach dem Cache den KMRD informiert und ihnen die Koords durchgegeben. Die armen Schweine mussten sich dann dorthin kämpfen, wo kein Muggel freiwillig hingehen würde. Ein Hang voller Dornen, dichtem Gebüsch und losem Geröll, an dem sich jeder Masochist heimisch fühlen würde.

Das mag ich am Geocachen:

Am meisten mag ich, dass man Orte zu sehen bekommt, die man sonst nie sehen würde. Das fängt bei Stadtcaches im Ausland an, bei welchen man an tollen, aber unbekannteren Sehenswürdigkeiten vorbeikommt, geht weiter über Höhlen und Stollen (Bsp: „Descent to the salamander’s cave“), bis hin zu Bunkern à la Maginot oder Lost Places à la „Red Land“, „Das Tau“ usw.

Das mag ich am Geocachen weniger:

Nachdem ich 2 Megas und ein Giga besucht habe, stelle ich fest, dass der Kommerz beim Geocaching wirklich abstrakte Ausmaße annimmt. Das Giga in Mainz war für mich eine reine Verkaufsveranstaltung, für die man noch Eintritt zahlen musste (und nicht zu wenig!). Was dort zum Teil den Leuten angedreht wurde, läuft für mich zu 99% unter der Kategorie „braucht kein Mensch“. Erschreckend finde ich auch, dass der Erfolg von Großevents neuerdings nur noch anhand der Zahl der Besucher ausgemacht wird. Frei nach dem Motto „Je größer, desto besser!“. Ich schiele da zum Beispiel auf „Glück auf 2016“. Ziel: 15.000 Geocacher. Wo soll das hinführen? Das hat m.E. nichts mehr mit dem Hobby zu tun.

Das darf in meiner Cacherausrüstung nicht fehlen:

Das ist natürlich abhängig vom Cache. Nachdem sich bei mir inzwischen Einiges an Zeug angesammelt hat (Taschen-/Stirnlampe, Kamera, UV-Lampe, Lockpicking-Set usw., usw.), habe ich angefangen, alles in eine kleine Kiste zu packen, welche bei unseren Cache-Touren ins Auto gestellt wird um sicherzustellen, dass definitiv immer alles dabei ist. So steht man nicht irgendwann hilflos vor einem Final, für den man vielleicht einen Stabmagnet bräuchte, dieser aber natürlich daheim liegt.

Hast Du eine eigene Webseite oder bist Du in den sozialen Medien unterwegs um über Dein Geocaching zu berichten?

Ich habe im August 2012 die Facebook-Gruppe „Geocaching Rheinland-Pfalz“ gegründet, nachdem ich festgestellt hatte, dass es so eine Gruppe seltsamerweise noch gar nicht gab. Mittlerweile hat die Gruppe über 500 Mitglieder, was mich ein bisschen stolz macht. Ein Hallo! an die Mitglieder an dieser Stelle! :)

Hast Du einen Linktipp für uns? Eine Geocaching-Webseite, die man kennen sollte?

Mein Favorit aktuell ist ganz klar „Project GC“. Eine super Seite um sich Cachetouren zusammenzustellen, nach wirklich guten Dosen (Stichwort „FP-Quote“) zu suchen oder einfach noch mehr Statistik-Input zu erhalten. :)

Wieviele Geocoins besitzt Du und welches ist Deine Lieblingscoin?

Aktuell lagern ca. 15 Coins in meiner Vitrine. Einige normale TB’s befinden sich auf Reisen, sofern sie nicht schon verschollen sind. Meine Lieblingscoin ist aktuell die „Dexter Geocoin“, welche man sich am Final des Caches DEXTER² für 11€ als Erinnerung kaufen konnte. Natürlich ließ ich mir das nicht entgehen.

GPS-Gerät oder Smartphone?

Ich benutze beides. Für ausgedehnte Touren oder an Orten, wo es dreckig wird, nehme ich das GPS mit. Das Teil ist einfach robuster als ein Smartphone. Entsprechend sieht es mittlerweile auch aus. :) Das Smartphone ist eher das Utensil für den schnellen Cache zwischendurch.

Tradi oder Mystery?

Ich bin ein Mystery-Freund, entsprechend niedrig versuche ich somit auch meine Tradi-Quote zu halten. Genauso verfahre ich auch bei meinen eigenen Dosen. Da ich zum Teil viel Arbeit in die Caches investiert habe, möchte ich nicht, dass Hinz und Kunz die Dosen als schnellen Beifang mitnehmen. Diese Caches muss man sich schon erarbeiten. :) Allerdings bin ich auch ein Freund davon, wenn das Rätsel daheim schon Spaß macht. Das Rätsel ist der halbe Cache und ich hasse nichts mehr, als wenn ich dicke Code-Bücher von 1976 wälzen muss um ein Rätsel zu dechiffrieren. Wenn der Final dann nur ein Petling hinter einem Glascontainer ist, ist die Enttäuschung umso größer. Dann lieber eine tolle Kombination aus Indoor- und Outdoor-Teil.

Travelbugs – mitnehmen oder liegen lassen?

In der Regel nehme ich TB’s mit. Da ich gerne zusehe, wie meine reisen, möchte ich, dass Owner mit ihren Trackables auch die selbe Freude haben. Wenn ich weiß, dass eine weitere Tour geplant ist, dann werden im Vorfeld schon mal ein paar TB’s mehr eingefangen, damit die Kerlchen Kilometer sammeln können.

Wie wichtig sind Dir Meilensteine und weißt Du schon, welchen Cache Du an Deinem nächsten machen willst?

Sehr wichtig war mir meine Nummer 1000. Diese sollte nicht irgendwas, sondern etwas Besonderes sein. Der Owner stellte mir da sogar eine Pulle Sekt an den Final. Danke nochmal Plotino! :)

Für die 100er-Sprünge suche ich allerdings selten wirklich was Tolles raus. Klar macht sich „Das Opfer des Bahnarbeiters“ als Nummer 1500 besser als „Autobahnkreuz Koblenz“ oder so, aber ich habe keine Lust, immer bis zum 100er mit tollen Dosen zu warten. So kann ein Bahnarbeiter auch schon mal Cache Nr. 1456 sein.

Für die 2000, welche ich irgendwann im Jahr 2019 bestimmt erreichen werde, wird dann aber wieder ein Highlight rausgesucht. :)

Dein Tipp für Leute, die mit dem Geocaching anfangen wollen?

Klein anfangen. Ruhig anfänglich ein paar Mülldosen suchen und sich dann steigern. Es bringt nichts, wenn man als Nr. 1 direkt einen Kracher macht und danach nur noch Schrott. Da ist die Enttäuschung umso größer.

Und hütet Euch davor, nach 10 Funden an einen eigenen Cache zu denken. Das geht nach hinten los. Ich spreche aus Erfahrung. :) Erst mal eine Ladung gute Dosen machen und sich dabei Inspirationen holen. Dann wird der erste eigene Cache bestimmt auch ein Kracher.

* * *

Allgemeine Informationen und eine Übersicht über alle bisher geführten Interviews findet Ihr auf der Seite der Interview-Serie. Dort könnt Ihr auch nachlesen, was zu tun ist, falls auch Ihr Euch als Cacher von Rheinland-Pfalz vorstellen möchtet!

Facebooktwittergoogle_pluspinterest

 Antworten

(notwendig)

(notwendig)

Translate »