Jul 022015
 

Heute möchte ich Euch einen der aktivsten Geocaching-Blogs in Deutschland vorstellen: „GeocachingBW – Geocaching in Baden-Württemberg“.  Dazu habe ich ein Interview mit Micha geführt.

Das Logo des Geocaching-Blogs "GeocachingBW – Geocaching in Baden-Württemberg"

Er war sehr geduldig bei der Beantwortung meiner Fragen und hat an vielen Stellen Position bezogen. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen seines Interviews!

Micha, wie heißt Dein Blog und wo findet man ihn im Internet?

Mein Blog heißt „GeocachingBW – Geocaching in Baden-Württemberg“ und ist unter der URL http://GeocachingBW.de erreichbar. Zum Blog gibt es außerdem eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account. Bei Google+ haben wir auch eine Seite, da gibt es aber nicht so viele Follower. Vielleicht ändert sich das jetzt? ;)

Seit wann bist Du Geocacher und wann hast Du angefangen zu bloggen?

Angefangen zu cachen habe ich Ende Oktober 2009. Mir war langweilig bzw. wollte die Familie an einem Sonntagnachmittag etwas unternehmen. Ich hatte damals ein Sony-Ericsson Handy mit GPS-Mouse und der App TrekBuddy zum Radfahren. Sehr schnell habe herausgefunden, dass ich mit diesem Equipment auch Geocaching machen kann. Also schnell bei GC angemeldet, GPX-Daten aufs Handy gezogen und es konnte losgehen. Offline-Karten hatte ich ja schon drauf und ein Kompass zum Navigieren war auch Bestandteil der App.

Wie bist Du auf die Idee zu Deinem Blog gekommen?

Eigentlich dachte ich ja immer, dass Bloggen nichts für mich ist. Daraus habe ich mir dann einen Spaß gemacht und die Domain ichblog.net registriert. Tatsächlich habe ich aber auch verschiedene Blogsoftware ausprobiert, aber nichts geschrieben. Schließlich bin ich bei WordPress gelandet und im Dezember 2010 hab ich zum ersten Mal etwas veröffentlicht.

Zu dem Zeitpunkt habe ich schon gecacht und ab Januar 2011 habe ich angefangen darüber zu schreiben. Bis Oktober verfasste ich ein paar Artikel, aber das war just for fun.

Ab Januar 2012 fing ich an mich mit Themen auseinanderzusetzen, die sich durch Geocaching ergaben. Erste echte Motivation zum Bloggen kam auf, als wir einen Wohnmobil-Urlaub machten und ich ein Reisetagebuch schrieb. Dazu bekam ich auch viel positive Resonanz und das hat mich letztlich bewegt einen Geocaching Blog zu machen.

Gab es von der Idee bis zur Umsetzung irgendwelche Schwierigkeiten und wenn ja, wie bist Du damit umgegangen?

Technisch gab es keine Schwierigkeiten. Ich habe seit vielen Jahren Erfahrung mit der Erstellung und Pflege von Homepages und da ich mich für WordPress als Basis für den Blog entschieden hatte, war das nach einer kurzen Einarbeitungszeit recht einfach. Ich habe mich einige Wochen nur mit WP befasst und im Stillen alles eingerichtet und konfiguriert. Hauptberuflich bin ich in der ITK-Branche tätig und weiß um diverse Fallstricke, sei es technischer oder auch rechtlicher Natur.

Eine der größten Herausforderungen war die Entwicklung eines Logos. Hierfür hatte ich von Anfang an den Anspruch, dass es auch Coin-tauglich sein muss. Mit etwas Unterstützung eines befreundeten Grafikers war hier dann aber recht schnell eine Lösung gefunden.

Blogs über Geocaching gibt es ja inzwischen viele. Wie unterscheidet sich Dein Blog von den anderen?

Als ich im September 2012 meinen Blog, zunächst unter BadenGeoCaching.de, gestartet habe, war ich selbst schon fleißiger Blogleser. Ein persönlicher Blog kam aus verschiedenen Gründen nicht in Betracht: Zum Einen muss ich nicht mein gesamtes (Freizeit-)Leben im Netz ausbreiten, zum Anderen wollte ich eher Themen aufgreifen, die regionale oder allgemeine Bedeutung haben. Denn zu diesem Zeitpunkt kannte ich fast nur persönliche GC-Blogs.

Ich bin ein Mensch, der gerne recherchiert und sich eine eigene Meinung bildet. Objektivität und Sachlichkeit sind dabei primäre Ziele, wenn ich mich mit einem Thema auseinandersetze. Meistens gelingt mir das, denke ich, recht gut und so kann ich neutral über Dinge berichten und dies anderen vermitteln. Die Entscheidung, für die Region Baden zu schreiben, war goldrichtig und recht schnell bildete sich eine treue Leserschar. Mit der Zeit haben wir viele Leser außerhalb des badischen Landesteils gewonnen und in der Folge wurde aus BadenGeoCaching eben GeocachingBW.

Was kostet Dich Dein Blog im Jahr? Wie finanzierst Du den Blog? Wie stehst Du zu Werbung auf Deinem Blog? Hast Du Partner oder Sponsoren?

Mein Blog sollte von Anfang an werbefrei sein und bleiben. Die paar Euro, die man mit diversen Ad- oder Affiliate-Programmen “verdienen” kann, lohnen den Aufwand der Einbindung meines Erachtens nicht. Außerdem habe ich keine Lust Einnahmen bei der Steuererklärung deklarieren zu müssen. Wenn der Blog mehrere Millionen Aufrufe im Monat und entsprechendes Ertragspotenzial hätte, dann würde ich vielleicht anders darüber denken, das gebe ich ehrlich zu. Sponsoren habe ich (bisher) keine. Mal ein bissel was für eine Verlosung, aber das ist auch alles. Außerdem, was hab ich schon zu bieten für einen potentiellen Sponsor? Etwas Medialeistung vielleicht ;)

Wie schaut das Team hinter Deinem Blog aus? Bist Du ein Einzelkämpfer oder hast Du Unterstützung?

Schon seit längerer Zeit schreibt die Wuselelfe für GeocachingBW. Sie ist als Autorin eine echte Bereicherung für den Blog. Nicht nur, weil sie gut schreibt, sondern und vor allem weil sie echt viele andere Menschen kennt und bestens vernetzt ist. Wir schätzen uns auch persönlich, obwohl wir manchmal unterschiedlicher Meinung sein können. Seit kurzem werden wir noch von Flip (aus der Schweiz) und Temu (lebt in Österreich) unterstützt. Baden-Württemberg grenzt ja direkt oder über den Bodensee an diese Nachbarländer und gerade mit den Schweizern haben wir schon immer einen regen Austausch gepflegt. Ab und an veröffentlichen wir auch Gastbeiträge bei GeocachingBW, diese Möglichkeit besteht für Interessierte grundsätzlich jederzeit. Des Weiteren pflegen wir zu einigen Geocachern engeren Kontakt und werden von diesen auch mal mit Bildern oder sonstiger Hilfestellung versorgt.

Habt Ihr eine feste Aufgabenteilung?

Nicht wirklich. Es hat sich aber ergeben, dass Wuselelfe mehr über Events und Coiner schreibt. Außerdem gelingt es ihr oft, interessante Interview-Partner zu gewinnen. Ich halte mich an alles Andere oder bitte einen der Mitautoren über ein bestimmtes Thema zu schreiben.

Wieviel Zeit investierst Du/Ihr in den Blog?

Das ist total unterschiedlich und geht von einer bis viele Stunden pro Woche. Je nachdem, was thematisch gerade anliegt. Wenn es ein technisches Problem mit dem Blog gibt, dann kann das auch recht zeitintensiv werden.

Wie findest Du die Themen für Deine Artikel?

Wenn man die sozialen Netze im Auge behält, ergeben sich immer wieder Themen, die z. B. aus Diskussionen heraus entstehen und es wert sind näher beleuchtet zu werden. Ansonsten sind es Dinge, die in der Region passieren, von allgemeinem Interesse sind oder die man selbst erlebt. Berichte von Events werden immer gerne gelesen, aber auch wenn wir etwas erklären.

Wann schreibst Du deine Artikel? Hast Du einen bestimmten Rhythmus oder schreibst Du nur, wenn Dir gerade danach ist?

Der einzige mehr oder weniger regelmäßige Task ist die Aktualisierung des Eventkalenders für Ba-Wü. Alles andere schreibe ich, wenn ich Zeit und Muße dazu habe. Es sei denn, eine Meldung ist zeitkritisch oder bezieht sich auf ein aktuelles Ereignis. In diesem Fall versuche ich “schnell” zu sein.

Hast Du bestimmte Schwerpunktthemen? Wenn ja, warum liegen Dir gerade diese Themen am Herzen?

Wie schon gesagt, recherchiere ich gerne. Dabei setze ich mich manchmal auch mit alten Geocaching Mythen oder Vorurteilen auseinander, wobei es schwer ist dazu eine objektive Sicht zu vermitteln. Mir persönlich liegt das naturverträgliche Cachen am Herzen, denn meine Erfahrung ist, dass Geocaching und die Natur oft nicht im Einklang sind. Das liegt zum Einen am differenzierten Naturverständnis vieler Cacher, zum Anderen aber auch daran, dass viele Owner sich keine Vorstellung von den möglichen Auswirkungen eines Geocaches machen. Auch scheuen sich nach wie vor viele einfach mal den Kontakt zu offiziellen Stellen, z. B. dem lokalen Förster, dem Bauhof oder Gartenbauamt, zu suchen.

Da kann und muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Ich cache ja erst seit Herbst 2009, gehöre also nicht mehr zu der Generation Cacher die im “Geheimen” operiert hat. Da diese Zeiten schon länger vorbei sind, muss man sich auch der neuen Realität stellen und entsprechend damit umgehen. Das heißt auch: Dialog und Transparenz durch Aufklärung. Wir Blogger können einen Teil dazu beitragen.

Wie gehst Du beim Schreiben Deiner Artikel vor? Alles „frei Schnauze“ oder verfolgst Du ein bestimmtes Konzept?

Das kommt auf das Thema bzw. den konkreten Artikel an. Ein paar Grundregeln des Deutschunterrichts sind aus der Schulzeit hängengeblieben, so Sachen wie Einleitung, Hauptteil, Argumentation, Schluss, Fazit usw. ;)

Welche Medien nutzt Du in Deinem Blog? Bevorzugst Du kurze oder lange Texte? Machst Du Deine eigenen Bilder oder gar Videos?

Ich bzw. wir nutzen in der Regel eigene Bilder oder Bilder, die wir zur Verfügung gestellt bekommen. Ein Bild sagt manchmal eben doch mehr als viele Worte ;) Wenn ein Artikel mal etwas länger wird, dann machen wir einen Mehrteiler daraus. Das erhöht auch die Spannung ;) Ist aber eher selten der Fall.

Wie ist das bisherige Feedback Deiner Nutzer? Gibt es viele Kommentare zu Deinen Artikeln? Gibt es Wünsche oder Verbesserungsvorschläge?

Das Feedback ist meist positiv. Artikel werden je nach Thema auch teilweise ausgiebig kommentiert. Teils im Blog selbst, teils auf den Social Media Plattformen. Das ist manchmal schade, weil man die Kommentare nicht zusammenführen darf, denn leider ist das in Deutschland bisher aufgrund der Datenschutzrichtlinien nicht erlaubt, obwohl es technisch kein Problem wäre.

Schaust Du auch nach den anderen Geocaching-Blogs und -Podcasts? Wenn ja, welche liest Du? Wie hältst Du Dich im Thema Geocaching auf dem Laufenden?

Natürlich lese ich auch andere Blogs! Meistens verfolge ich dazu die Twitter- oder Social-Media-Feeds und klicke mich dann in die Artikel. Einige Blogs rufe ich jedoch direkt auf :-)

Podcasts gehören nicht zu meinen bevorzugten Medien, weil es mir einfach zu lange dauert bis man das Wesentliche erfährt. Einige Podcasts gehen ja über 1,5 Stunden! Bei Podcasts mit Themen- und Zeitangaben springe ich aber schon auch mal an die entsprechende Stelle und höre sie mir an.

Ab und zu bemühe ich auch die Suchmaschine meines Vertrauens, um aktuelle News zu Geocaching im Allgemeinen zu finden oder um herauszufinden, ob zu einem bestimmten Thema schon mal etwas geschrieben wurde.

Wie gefällt Dir die aktuelle Geocaching-Blogger-Szene?

Ich finde sie sehr heterogen, was mir gut gefällt und ich als Bereicherung sehe.

Bei Berichten und Kommentaren zu kritischen Themen liest man oft das Killer-Argument „Hört auf zu diskutieren und geht lieber raus Dosen suchen.“ Wie ist Deine Antwort darauf?

Viel schlimmer finde das Killer-Argument “Soll doch jeder so cachen/machen wie er will.” Das ist in meinen Augen eine Verharmlosung, um sich nicht mit Regeln auseinandersetzen zu müssen.

Gibt es bei Dir eine Netiquette für Kommentare oder darf Jeder Alles schreiben? Wie gehst Du damit um, wenn sich Jemand daneben benehmen sollte?

Bei uns kann Jeder prinzipiell Alles schreiben. Voraussetzung dafür ist die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse. Anonyme Kommentare wandern automatisch in den Spam-Ordner und werden ebenfalls automatisch gelöscht. Sollte Jemand beleidigend werden oder sonstwie gegen die allgemein anerkannten guten Sitten verstoßen, behalte ich mir vor einen Kommentar zu moderieren.

Was glaubst Du, wie sich Geocaching in den nächsten fünf Jahren verändern wird? Welche Auswirkungen wird das auf die Geocaching-Blogs haben?

Nun, es ist jetzt schon so, dass einige Blogger die aktuelle Entwicklung des Geocachings im Allgemeinen nicht gutheißen. Das wird vermutlich noch zunehmen, weil sich Geocaching durch zunehmende Verbreitung noch stärker in der Gesellschaft verankern wird. Die daraus resultierende, auch kritische, Auseinandersetzung mit unserem Hobby wird also eher noch zunehmen. Auch die kommerzielle Sättigung ist meines Erachtens noch nicht erreicht und wird sich in der Blogosphäre vielleicht ebenfalls noch deutlicher auswirken als es bis jetzt der Fall ist.

Nun noch zu Dir – ganz kurz, wie bist Du zum Geocaching gekommen und was machst Du so, wenn Du nicht gerade eine Dose suchst?

Wie ich zum Cachen gekommen bin, habe ich ja eingangs schon beschrieben. Meine Brötchen verdiene ich als Product Manager bei einem IT-Unternehmen. Ich bin verheiratet, habe eine Tochter und einen großen Freundeskreis, der nicht nur aus Geocachern besteht :)

Micha, der mit einigen Mitstreitern den Geocaching-Blog "GeocachingBW – Geocaching in Baden-Württemberg" betreibt.

Welche Frage fehlt Deiner Meinung nach in meinem Interview und wie ist Deine Antwort darauf?

Ich hab so viel geschrieben um dir ein gutes Interview zu geben, ich glaube nicht, dass eine spezielle Frage fehlt ;)

Möchtest Du noch einen Gruß loswerden?

Ich möchte da jetzt niemanden herausstellen und grüße einfach mal alle Geocacher, Blogger & Podcaster :)

Dir danke ich für die Möglichkeit den Blog „GeocachingBW.de“ hier vorstellen zu können!

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Falls auch Ihr Euren Blog oder Podcast hier vorgestellt haben möchtet, so füllt doch einfach den Onlinefragebogen für Blogger & Podcaster mit den Interviewfragen aus und drückt anschließend auf senden. Ich freue mich schon auf Eure Beiträge!

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