Dez 192013
 

Heute möchte ich Euch den saarländischen Geocacher Sawyer vorstellen, der mir schon mit seinen interessanten Lostplace-Fotos bei Facebook aufgefallen war. Um so mehr hat es mich gefreut, dass er mich von sich aus angeschrieben und angeboten hat, für mich dieses Interview auszufüllen…

Der Cacher "Sawyer", den ich hier im Interview habe...

Sawyer, wie lange bist Du schon Geocacher?

Zählt das Auffinden eines Proviantsacks mittels GPS, Karte u. Kompass bei einer Ausbildungstour in der schwedischen Wildnis dazu? Dann seit September 1999.
Ansonsten habe ich mein GPS das erste Mal zum Auffinden einer Plastikdose am Freitag, den 18.01.2008 erfolgreich eingesetzt. Etwas exzessiver betreibe ich Geocaching, seitdem ein paar Freunde auf den Geschmack gekommen sind und ich mir ein neues Gerät mit besserem Chip, höherer Genauigkeit und ein paar feinen Funktionen angeschafft habe. Das war so im März 2012.

Wie bist Du zum Geocaching gekommen?

Ein Freund, der damals von Jemandem zum Geocaching mitgenommen wurde und von meiner Affinität für Navigation, Ausrüstung und Draußen-sein wusste, erzählte mir davon. Da es ein kalter und trockener Freitagabend war, wurden kurzerhand ein paar Caches rausgesucht und wir zogen los, um diesen Plastikdosen zu Leibe zu rücken. Mein GARMIN 12XL hat die Sache noch etwas spannender gemacht, da der Fehlerradius in der Regel nicht kleiner als 30 m wurde.

Wie viele Caches hast Du bisher gefunden?

Bis heute sind es etwas über 1100 Geocaches.

Was ist Deine Homezone?

Primär das Gebiet zwischen Neunkirchen, Spiesen-Elversberg, Illingen und Ottweiler. Aufgrund des nahenden Umzugs ins Eigenheim wird sich meine Homezone wenige Kilometer in südliche Richtung verschieben.

Welches ist Dein aktueller Lieblingscache? Warum ist er es?

Schwer zu sagen; mich beeindrucken gute Locations und gut gemachte Stories mit interessanten Aufgaben/Rätseln. Erfüllt haben das auf jeden Fall „Funkloch #2“ und „Lost“.

Welches ist der Cache, der Dir bisher am wenigsten gefallen hat und warum?

Da gibt es leider einige davon, wobei ich die Namen nicht mehr nennen kann, weil sie es nicht wert sind, dass ich sie mir merke. Das sind fast ausnahmslos die lieblos weggeworfenen Film- und Kaugummidosen. Nichtgefallen ist ebenso wie Gefallen ein subjektives Empfinden. Den letzten Nichtgefallen-Cache habe ich ganz ehrlich mit „Beim Pissen gefunden und geloggt“ gewürdigt.

Welches war Dein verrücktestes Erlebnis beim Geocachen?

Das ist ebenfalls schwierig zu beantworten, da es zu viele davon gab. Bei Lost war es aber in der Tat Hardcore. Wir mussten den Termin mehrfach verschieben, da im Listing darum gebeten wurde, bei starken Regenfällen von dem Cache abzusehen. Als wir dann endlich einen weiteren freien Termin gefunden hatten und uns dafür extra frei nahmen, sah die Wetterprognose gar nicht so schlecht aus. Nur 10% Regenwahrscheinlichkeit. Die setzte allerdings kurz nach dem Start ein und hielt sich zu 100% bis zum Ende. Wir waren zu zweit unterwegs und haben an jeder Station einen Regenschutz improvisiert, um die zum Teil sehr aufwendig gestalteten Basteleien zu schonen. Nach fünf Stunden Regen, Schlamm und Abenteuer sahen wir aus wie die Wildsäue. Am Finale angelangt musste dann Henna die Aufgabe alleine bewältigen, da nur sie im Besitz einer Wathose war. Eine Frau ganz alleine an der Location – das war verrückt.

Das mag ich am Geocachen:

Ich komme raus an die frische Luft und sehe Orte, die ich sonst nie aufsuchen würde. Zudem kann ich wunderbar meine anderen Outdoorhobbies wie Wandern, Klettern, Paddeln und Biken damit verbinden und mich voll und ganz dem Ausrüstungsfetischismus hingeben.

Das mag ich am Geocachen weniger:

Respektlosigkeit gegenüber der Umwelt und der Arbeit, die ein Owner in seinen Cache investiert hat.

Das darf in meiner Cacherausrüstung nicht fehlen:

Abgesehen von dem GPS, ohne das in der Regel kein Cache aufzufinden ist und einem Stift, der das Loggen immens vereinfacht, ist es für einen alten Wildnisläufer & Pfadfinder selbstverständlich ein Messer dabei zu haben. Das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben.

Hast Du eine eigene Webseite oder bist Du in den sozialen Medien unterwegs um über dein Geocaching zu berichten?

Ich habe zwar seit Jahren eine Domain, aber ich bin noch nie dazu gekommen, eine ansprechende Webseite zu schaffen. In der Regel sind Fotos von meinen Touren beim blauen Gesichterbüchlein zu sehen.

Hast Du einen Linktipp für uns? Eine Geocaching-Webseite, die man kennen sollte?

Die Seiten, die ich kenne, dürfte jeder kennen. Sehr inspirierend in Sachen Eigenbau finde ich die Seite von Night-Fly. Die bisherige Domain von ihm weist zurzeit allerdings keinen Content auf. Von daher spare ich mir mal die Nennung der Seite. Ansonsten kann ich für Tipps und Tricks rund um Ausrüstung outdoorseiten.NET empfehlen. Es gibt dort immer noch Leute, die wissen, von was sie reden.

Wieviele Geocoins besitzt Du und welches ist Deine Lieblingscoin?

Ich besitze keine Geocoins; nur einen Travelbug, der endlich wieder fröhlich rumreist.

GPS-Gerät oder Smartphone?

Ganz klarer Fall: ein richtiges GPS-Gerät. Mein Smartphone nutze ich hin und wieder, wenn ich nach der Arbeit mal eben noch Lust bekomme, einen Cache zu heben. Überzeugen konnten mich die Smartphones bisher nicht.

Tradi oder Mystery?

Das kann ich so pauschal nicht beantworten. Manchmal sind es die schnellen Tradis, die mich nach Draußen locken; ein anderes Mal ein Mystery, der eine gute Location verspricht. Ich muss gestehen, ich bin nicht der geborene Mystery-Löser und bei den schwierigen Rätseln hole ich mir immer Tipps und Hilfe vom Owner oder von anderen Cachern bzw. Quellen. Ich bewundere wirklich die Leute, die manche Rätsel offensichtlich im Handumdrehen lösen können.

Travelbugs – mitnehmen oder liegen lassen?

In der Regel immer und wenn nicht, dann logge ich sie zumindest als „discovered“.

Wie wichtig sind Dir Meilensteine und weißt Du schon, welchen Cache Du an Deinem nächsten machen willst?

Meilensteine sind mir eigentlich völlig schnuppe. Allerdings wollte ich beim 1000. Cache nicht gerade eine Pissecken-Dose loggen und hatte mir daher ein Kriegerdenkmal ausgesucht, das auf dem Heimweg lag. Der Cachebehälter war zwar nichts Besonderes, aber so ein Ort steht für Geschichte und regt dazu an, in sich zu kehren und über das eine oder andere nachzudenken. Das fand ich passend.

Dein Tip für Leute, die mit dem Geocaching anfangen wollen?

Fangt nicht mit den dicksten Fischen an und wenn ihr euch über einen Cache ärgert, dann schlaft erst mal eine Nacht drüber, bevor ihr einen Logeintrag verfasst. Und seid euch stets bewusst, dass unser Hobby Spuren in der Landschaft hinterlässt, was gemeinhin als Cacherwildwechsel oder –autobahn bezeichnet wird.

* * *

Allgemeine Informationen und eine Übersicht über alle bisher geführten Interviews findet Ihr auf der Seite der Interview-Serie. Dort könnt Ihr auch nachlesen, was zu tun ist, falls auch Ihr Euch als Cacher des Saarlandes vorstellen möchtet!

 

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  Eine Antwort zu “Sawyer – Wir sind das Saarland!”

  1.  

    sehr gutes interview….mit viel wahrheit im inhalt.
    für mich das beste bisher.

    danke an sawyer

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