Labcaching in der Altstadt von Stolberg (NRW)

Stolberg ist deutlich mehr als nur ein Durchgangsort: Burg, Fachwerkgassen und Kupferhöfe liegen hier dicht beieinander.

Im Bericht zeige ich, wie sich daraus in rund zweieinhalb Stunden ein abwechslungsreicher Rundgang mit etwa 25 Labcaches ergibt. Schaut doch mal rein!

 

 

Die historische Altstadt von Stolberg

Die historische Altstadt von Stolberg (Rheinland) wird von der mittelalterlichen Höhenburg überragt, die im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt wurde. Ihre prägende Blütezeit erlebte die Stadt ab dem 16. Jahrhundert, als sich protestantische Messinghersteller – die sogenannten Reitmeister – aus Aachen ansiedelten. Sie nutzten die lokalen Galmeivorkommen, die Wasserkraft der Vicht sowie die umliegenden Wälder zur Befeuerung der Schmelzöfen. Bis heute erinnern repräsentative Kupferhöfe und denkmalgeschützte Bruchstein- und Fachwerkhäuser an diese Ära, die Stolberg den Beinamen „Kupferstadt“ einbrachte.

Enge Kopfsteinpflaster Gasse in Stolberg in NRW

Im Juli 2021 wurde die Altstadt schwer von der europaweiten Flutkatastrophe getroffen. Der sonst schmale Vichtbach trat extrem über die Ufer und verursachte erhebliche Schäden an Straßen, historischen Gebäuden und Infrastruktur. Der nachfolgende Wiederaufbau ist aufwendig und prägt das Stadtbild stellenweise bis heute. Dennoch bietet ein Rundgang durch die restaurierten Gassen unterhalb der Burg einen anschaulichen Einblick in die frühindustrielle Wirtschaftsgeschichte der Region und den aktuellen Umgang mit der Hochwasserfolgenbewältigung.

Wer die Altstadt auf eigene Faust erkunden möchte, findet im Labcaching eine ideale Alternative zum klassischen Reiseführer. Bei einem etwa zweieinhalb-stündigen Spaziergang lassen sich ohne große Umwege problemlos rund 25 Labcaches loggen. Die interaktive Spurensuche führt gezielt zu den interessantesten Ecken, historischen Details und verborgenen Winkeln der Altstadt, sodass sich Geschichte und Geocaching optimal miteinander verbinden lassen.

 

Vom Bahnhof durch die Fußgängerzone

Da sich unser Hotel in Aachen befindet, reisen wir ganz entspannt mit der Bahn nach Stolberg an – dank unseres Deutschland-Tickets entstehen uns dabei keine zusätzlichen Fahrtkosten. Für einen ausgiebigen Altstadtbummel eignen sich vor allem die Bahnhöfe Stolberg-Rathaus und Stolberg-Altstadt als ideale Ausgangspunkte.

Wir starten unseren zweieinhalbstündigen Spaziergang am Haltepunkt Stolberg-Rathaus und biegen von dort direkt in die Fußgängerzone ein.

Blick auf den Beginn der Stolberger Fußgängerzone nahe dem Bahnhof Stolberg-Rathaus

An der nächsten Abzweigung loggen wir auch schon unseren ersten Labcache in der Altstadt. Anschließend folgen wir der Fußgängerzone weiter nach Süden, die hier parallel zum Vichtbach verläuft. Am nächsten Platz warten gleich zwei weitere Labs auf uns. Genau hier werden auch die Spuren der verheerenden Flutkatastrophe von 2021 für uns greifbar: Es ist für mich ehrlich gesagt kaum vorstellbar, wie dieser heute so kleine und ruhige Bach damals eine solche Zerstörungskraft entwickeln und derartige Schäden anrichten konnte.

Vichtbach in der Stolberger Fußgängerzone mit sichtbaren Spuren und Hinweisen auf die Flutkatastrophe

Wir folgen weiter dem Verlauf der Fußgängerzone, in der noch einige weitere Labs auf unserem Weg liegen. Ein kleiner Blick nach links lohnt sich immer wieder: Durch eine der schmalen Seitengassen erhaschen wir bereits einen ersten eindrucksvollen Blick auf die hoch oben aufragende Burg Stolberg.

Blick durch eine schmale Seitengasse der Stolberger Altstadt auf die historische Burg

Schließlich mündet die Fußgängerzone in die Burgstraße, wo beide Straßen gemeinsam einen kleinen Platz bilden.

Einmündung der Fußgängerzone in die Burgstraße auf einem kleinen Platz in Stolberg

Dort biegen wir nach links ab und überqueren die Brücke über den Vichtbach.

 

Über die Bücke in die Gassen der Altstadt

Auf der Brücke halten wir kurz inne und schauen nach Süden: Auf den ersten Blick sind hier glücklicherweise keine offensichtlichen Schäden der Flut mehr zu erkennen.

Blick von der Vichtbach-Brücke Richtung Süden über den sanierten Flusslauf

Nachdem wir auch den Labcache auf der Brücke erfolgreich beantwortet haben, überqueren wir das Bauwerk vollständig und biegen direkt in die nächste Gasse auf der linken Seite ein.

Breite Altstadtgasse in Stolberg über die Brücke

Jetzt befinden wir uns unmittelbar unterhalb der mächtigen Burg. Die schmalen Gassen der Altstadt sind hier wunderschön mit klassischem Kopfsteinpflaster ausgelegt, was der Tour sofort ein uriges Flair verleiht.

Kopfsteingepflasterte Altstadtgasse direkt unterhalb der Burg Stolberg

Wenig später erreiche ich eine Treppe, die hinauf zur Burg führt. In der dahinterliegenden Gasse fallen mir sofort die ersten historischen Fachwerkhäuser ins Auge.

Gasse hinter Treppenaufgang zur Burg mit angrenzenden Fachwerkhäusern in Oberstolberg

Gleich gegenüber dieser Treppe stoßen wir auf ein besonderes Highlight – das älteste Haus der Stadt: Das kleine, faszinierende Fachwerkhaus in der Klatterstraße stammt aus dem Jahr 1529 und ist damit, abgesehen von der mittelalterlichen Burg selbst, das älteste noch stehende bürgerliche Gebäude von Oberstolberg.

Historisches Fachwerkhaus aus dem Jahr 1529 in der Klatterstraße

Wir folgen der Gasse gemütlich weiter, um die nächsten Labcaches anzusteuern.

Weiterer Verlauf der Gasse mit historischen Fassaden in Stolberg

Dabei fällt uns an fast allen Häusern ein ausgehängter Brief ins Auge: Es handelt sich um eine Anwohnerinformation zu den anstehenden Dreharbeiten für den zweiten Teil des Kinofilms „Der Buchspazierer“. Eine charmante Entdeckung, die zeigt, wie filmreif diese Kulisse tatsächlich ist.

Anwohnerbrief an einer Hauswand mit Hinweisen auf Filmdreharbeiten in der Altstadt

Wir folgen der Gasse weiter bis zur nächsten Kreuzung, an der wir einen weiteren Labcache erfolgreich loggen können.

Kreuzung im historischen Kern von Stolberg mit Blick auf Altstadtgassen

Anschließend nehmen wir eine etwas unscheinbare Treppe, die sich zwischen zwei Häusern hindurchschlengelt und uns auf direktem Weg hinauf zur Burg führt.

 

Auf Entdeckungsreise durch die Burg

Die Höhenburg Stolberg geht im Kern auf das 12. Jahrhundert zurück, als sie von den Herren von Stalburg errichtet wurde. Über die Jahrhunderte wechselte die Anlage mehrfach die Besitzer, verfiel zeitweise zur Ruine und wurde schließlich Anfang des 20. Jahrhunderts vom Stolberger Fabrikanten Moritz Kraus in historisierendem Stil wiederaufgebaut. Heute ist die Burg nicht nur das stolze Wahrzeichen der Stadt, sondern wird auch kulturell genutzt – unter anderem für Veranstaltungen, Ausstellungen und romantische Hochzeiten.

Oben vor der Burg angekommen, laufen wir zunächst an der imposanten Mauer entlang zu einem der insgesamt fünf Labcaches, die sich auf dem Burgareal und in der Festung verbergen.

Blick entlang der historischen Außenmauer der Burg Stolberg

Danach stehen wir im oberen Burghof, der von seinem markanten, großen runden Bergfried dominiert wird.

Der obere Burghof der Burg Stolberg mit dem mächtigen runden Bergfried

Am Felsen direkt unterhalb des Turms schaue ich mir eine Informationstafel an, die den historischen Verlauf und die Geschichte der Burg übersichtlich zusammenfasst.

Informationstafel zur Burggeschichte am Felsen unterhalb des Bergfrieds

Anschließend gehen wir durch das Tor zwischen Dansker und Bergfried hindurch und gelangen so auf eine kleine Aussichtsterrasse direkt neben einem weiteren kleinen Rundturm.

Passage durch das Burgtor zu einer Aussichtsterrasse an einem Rundturm

Von dort oben genießen wir eine großartige Aussicht hinüber zur markanten Finkenbergkirche.

Panoramablick von der Burgterrasse auf die gegenüberliegende Finkenbergkirche

Danach gehen wir wieder zurück zum ehemaligen Palas, in dem heute das Standesamt der Stadt Stolberg untergebracht ist.

Der historische ehemalige Palas der Burg Stolberg mit Standesamt

Rechts von diesem stattlichen Gebäude führt eine Steintreppe hinunter in den unteren Burghof.

Treppenabgang vom Palas hinunter in den unteren Burghof der Burg Stolberg mit Blick auf den unteren Burghof

Von den Stufen dieser Treppe aus können wir den gesamten unteren Teil der Burganlage wunderbar überblicken.

Blick von den Stufen der Burgtreppe auf den unteren Burghof

Wir gehen hinunter in den Hof und blicken noch einmal zurück auf die eben hinabgestiegene Treppe – die massive Architektur der Burg ist aus dieser Perspektive wirklich beeindruckend.

Blick aus dem unteren Burghof zurück auf die imposante Burgtreppe

Danach gönnen wir uns eine wohlverdiente Pause mit einer Tasse Kaffee und einem Stück leckeren Kuchen im gemütlichen Burgcafé, bevor wir die Anlage schließlich durch das untere Burgtor verlassen.

Außenansicht des repräsentativen unteren Burgtors der Burg Stolberg

Auch von außen betrachtet macht dieses untere Portal einen sehr repräsentativen und wehrhaften Eindruck. Anschließend folgen wir der steilen Gasse hinab in Richtung des Alten Marktes.

Übrigens: In der Burg gibt es noch einen Virtual Cache mit vielen Stationen und einen Earthcache neben dem unteren Eingang. Da wir jedoch nur wenig Zeit haben, wollen wir diese lieber nutzen, um die Altstadt kennenzulernen.

 

Durch die Altstadt hinauf zum Kupfermeisterfriedhof

Wir gehen die Treppe an der Kirche St. Lucia hinunter zum Alten Markt.

Treppenabgang von der St. Lucia Kirche hinab zum Alten Markt in Stolberg

Dort beantworten wir direkt am Brunnen die Frage für einen weiteren Labcache. Der Alte Markt bildet das historische Herzstück Oberstolbergs und ist von beeindruckenden Ensemble-Bauten umsäumt – darunter prächtige Bürgerhäuser aus Bruchstein und Fachwerkelemente, die nach den Zerstörungen früherer Jahrhunderte und auch nach der Flut von 2021 sorgfältig restauriert wurden.

Der historische Alte Markt in Stolberg mit dem zentralen Marktbrunnen

Weiter geht es für uns durch die Burgstraße leicht bergab, vorbei an der ehemaligen Adler-Apotheke.

Historische Fassade der ehemaligen Adler-Apotheke in der Stolberger Burgstraße

Dieses stattliche Gebäude gilt als das älteste erhaltene Steinhaus der Stolberger Altstadt und blickt auf eine jahrhundertealte Pharmaziegeschichte zurück. Besonders auffällig ist der namensgebende, kunstvoll ausgearbeitete goldene Adler, der stolz über dem Eingangsportal prangt.

Nahaufnahme des vergoldeten Adlers über dem Portal der Adler-Apotheke

Kurz vor der Brücke biegen wir nach links in eine schmale Gasse ein. Hier wird es schlagartig ruhig und von anderen Touristen ist weit und breit nichts mehr zu sehen.

Ruhige, schmale Altstadtgasse abseits der Stolberger Hauptlaufwege

Die Gasse führt uns direkt zum ehemaligen Kupferhof Schart. Diese historischen Hofanlagen sind typisch für Stolberg: Ab dem 16. Jahrhundert errichteten die evangelischen Kupfermeister solche wehrhaften Komplexe aus Wohnhaus, Messingmühle und Werkstätten, um geschützt vor Konkurrenten ihren Reichtum und ihr Handwerk auszuüben.

Historischer Kupferhof Schart mit charakteristischer Bruchstein-Architektur

Danach steigen wir den Hammerberg hinauf in Richtung der Finkenbergkirche und dem angrenzenden Kupfermeisterfriedhof. Die Kirche wurde im 18. Jahrhundert als reformiertes Gotteshaus erbaut. Auf dem umliegenden Friedhof finden sich heute noch eindrucksvolle, kunstvoll gemeißelte Grabplatten der wohlhabenden Kupfermeister-Familien, die die Wirtschaftsgeschichte der Stadt maßgeblich geprägt haben.

Die Finkenbergkirche mit den historischen Grabplatten des Kupfermeisterfriedhofs

Direkt von dem Platz vor der Kirche bekomme ich schließlich diesen absoluten Postkartenblick auf die gegenüberliegende Burg Stolberg geboten – für mich persönlich das fotogenste Panorama der gesamten Tour!

Malerischer Panoramablick von der Finkenbergkirche auf die Burg Stolberg

Anschließend steigen wir die Treppen wieder hinab und folgen der Gasse zurück bis in die Burgstraße.

Treppenabstieg vom Finkenberg zurück in die Gassen der Altstadt

Schließlich machen wir uns auf den Weg weiter in Richtung des Haltepunkts Stolberg-Altstadt

 

Vom Bahnhof zur Haltestelle

Auf dem Weg zum Haltepunkt kommen wir noch an einem Parkplatz vorbei, auf dem die Produktionsfirma ihre Logistikfahrzeuge für die Dreharbeiten zum Kinofilm „Der Buchspazierer“ abgestellt hat. Sogar ein kompletter Garderobenwagen steht hier geparkt – ein wirklich spannender Blick hinter die Kulissen einer Filmproduktion mitten in der Altstadt!

Parkplatz mit Garderobenwagen und Dreharbeiten-Equipment für den Film Der Buchspazierer

Anschließend widmen wir uns den fünf Labcaches am Brunnen des Willi-Brandt-Platzes. Das Ganze erweist sich wegen der extrem vielen Zählaufgaben als ziemlich nervig und raubt mir etwas den Schwung zum Ende hin. Dafür entschädigt aber immerhin der fantastische Ausblick, den man von diesem Platz aus noch einmal hinauf zur mächtigen Burg genießt.

Blick vom Willi-Brandt-Platz über den Brunnen hinauf zur Burg Stolberg

Da wir den Zug am Haltepunkt unglücklicherweise knapp verpasst haben und die nächste Bahn erst in einer guten Stunde fahren würde, entscheiden wir uns spontan um: Wir verlassen Stolberg ganz flexibel mit dem Linienbus und treten so die Rückfahrt nach Aachen an.

 

Fazit & Praktische Infos zu unserer Tour

Wer die Kombination aus Geschichte, Architektur und Geocaching mag, dem kann ich diesen Rundgang durch Stolberg wirklich ans Herz legen.

  • Dauer & Strecke: Wir waren knapp 2,5 Stunden unterwegs und haben dabei rund 25 Labcaches ohne große Umwege geloggt. Die reine Wegstrecke beträgt ca. 3 bis 4 Kilometer, durch den Aufstieg zur Burg und zum Finkenberg kommen jedoch ein paar Höhenmeter zusammen.
  • Anreise & ÖPNV: Perfekt erreichbar mit der Euregiobahn ab Aachen Hbf (kostenlos mit dem D-Ticket) bis zu den Haltepunkten Stolberg-Rathaus (Start) oder Stolberg-Altstadt (Ziel). Alternativ verbinden auch Linienbusse Stolberg direkt mit Aachen, was sich als praktische Ausweichmöglichkeit erweist.
  • Einkehr: Sehr zu empfehlen ist eine kleine Pause im Burgcafé im Burghof.
  • Geocaching: Das Aufspüren der Labcaches ersetzt hier spielend jeden Reiseführer und führt zielsicher zu allen bekannten Sehenswürdigkeiten sowie den ruhigen, versteckten Ecken der Kupferstadt – auch wenn einzelne Stationen mit viel Zählarbeit (wie am Willi-Brandt-Platz) etwas Geduld erfordern.

Wäre ein solcher Besuch auch etwas für Euch?

 

Interaktive Karte meiner Touren durch Erfurt

Auf der folgenden Karte könnt ihr die von mir besuchten Wegpunkte auf meiner Labcaching-Tour durch die historische Altstadt von Stolberg (NRW) sehen. Die Labcaches, die ich geloggt habe, habe ich euch ebenfalls in die Karte eingezeichnet. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Labcaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen.

Falls euch die Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich meine Tour durch Stolberg auch in meinem Komoot eingestellt.

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Wie hat euch mein Bericht von meinem Besuch in Stolberg gefallen? Seid ihr selbst schon dort gewesen? Was habt ihr in der Stadt unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.

 

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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