Acht Bände, elf Jahre, eine Protagonistin – und nun ist Schluss!
Was der letzte Teil der Lavendel-Reihe noch einmal bietet und warum sich die Lektüre trotz des Endes lohnt, erfahrt ihr in dieser Besprechung.
Die Buchbesprechung von saarzwerg
Im Mai diesen Jahres erschien der achte Band der Lavendelmord-Reihe von Carine Bernard, einem weiteren Pseudonym der Cacherin austriaka, die eigentlich Karin Uhlig heißt und zunächst mit Mysteries um die Ermittlerin Molly Preston auf sich aufmerksam machte. Deren Listings waren so ansprechend geschrieben, dass Karin immer wieder aufgefordert wurde mehr über Molly Preston zu schreiben, vielleicht sogar ein Buch.
Wenn das so stimmt, dann waren diese Aufforderungen der Anlass, aus dem heraus im Jahr 2015 der Krimi „Der Lavendel-Coup“ erschien, der später auch nochmals als „Lavendel-Tod“ herausgegeben wurde. Dieser Krimi war der Auftakt zu einer Reihe von vier Krimis mit der aus den Mysteries bekannten EU-Ermittlerin Molly Preston, die an verschiedenen Orten in Europa ermittelt. In diesem ersten Krimi trifft der Leser auch erstmals auf Lilou Braque, die in diesem Plot nur eine Nebenfigur ist, da Molly Preston in der Pension ihrer Tante abgestiegen ist und so immer mal wieder ins Gespräch mit Lilou kommt.
Für Lilou war wohl der Kontakt mit der EU-Ermittlerin der Anlass eine Karriere als Polizistin anzustreben und für den Leser dann die Chance Lilou, die ab dem zweiten Band der Reihe der Lavendelmorde im Mittelpunkt stand, während diese Karriere zu begleiten. Diese begann mit einem Praktikum vor dem Abschluss ihrer Ausbildung in der Provence und endet jetzt mit dem achten Band der Reihe, der Lavendeljagd.
Wie die anderen Bände zuvor, punktet der Krimi für mich mit der lebendigen Beschreibung der Schauplätze in der Provence, die mich als Leser mit allen Sinnen in diese abtauchen lässt – inclusive Vorstellungen von bestimmten Gerüchen und Geschmäckern. Das mag auch daran liegen, dass Lilou mit dem Koch und Restaurantbesitzer Simon verlobt ist und es so immer mal wieder etwas im Restaurant zu verkosten gibt. Allerdings sind nach meinem Empfinden die Schilderungen solcher Situationen im vorliegenden Band Lavendeljagd im Vergleich zu den Bänden vorher etwas kürzer gehalten, was für mich aber auch absolut stimmig ist.
Schließlich muss Lilou sich ja nicht nur auf ihre Hochzeit vorbereiten, sondern in einer Mordserie ermitteln, bei der zwei Künstler ermordet werden, die am gerade stattfindenden Kunstfestival in Carpentras teilnehmen und zwei weitere Künstler (schwer) verletzt Anschläge auf sich überleben. Bei der Schlagzahl bleibt dieses Mal folgerichtigerweise weniger Zeit für den Cosy-Faktor.
Einer, der den Mordanschlag schwer verletzt und nicht ansprechbar überlebt, ist der Trauzeuge von Simon, der Tätowierer Michael Pendragon. Hier wird es dann für Lilou auch persönlich und ich hätte ja gedacht, dass dadurch die Hochzeit verschoben wird – und vielleicht als Leserin auch gehofft, weil dann ja vielleicht doch noch ein weiterer Krimi mit Lilou zu erwarten gewesen wäre.
Dem ist aber leider nicht so: Die Hochzeit findet statt und Lilou ermittelt bis zur letzten Minute, sehr zum Verdruss von Simon, an dem die ganze Vorbereitung hängenbleibt, sowie der Schneiderin, die noch letzte Änderungen am Hochzeitskleid vornehmen soll, die von Lilou aber immer wieder bei den geplanten Anprobeterminen versetzt wird. Diese gibt aber bis zum letzten Moment vor der Hochzeit alles, um die Mordserie aufzuklären und zum Ende hin wird es richtig dramatisch – mehr möchte ich n dieser Stelle aber nicht verraten.
In den Fokus der Ermittlungen gerät von Anfang an ein Arzt aus Österreich, der auch am Kunstfestival teilnimmt, aber so einfach kann es doch wohl nicht sein? Tatsächlich hatte ich dieses Mal keinen Verdacht, wer der Mörder sein könnte und hatte schon gefürchtet, Carine Bernard würde zum Ende eine neue Figur aus dem Hut zaubern und mich als Leser mit einem unlogischen Schluss enttäuschen, dem war aber nicht so: Der Mörder war tatsächlich eine der Figuren, die der Leser schon aus dem Verlauf der Handlung kannte, mit der ich aber nicht gerechnet hatte.
Auch, dass ich nicht schon länger einen Verdacht hatte, wer der Täter war, war für mich für diese Reihe etwas Neues und spricht durchaus konsequent für die Entwicklung der Reihe und ihrer Protagonistin Lilou, die der Leser über elf Jahre begleiten durfte und die sich in dieser Zeit von der Praktikantin zur stellvertretenden Dienststellenleiterin entwickelt hat. Mit der Hochzeit und dem Angebot die Leitung der Dienststelle in Carpentras zu übernehmen, endet die Wegstrecke, über die hinweg der Leser Lilou begleiten durfte und das ist auch ein sinnvoller Schlusspunkt für die Reihe. Trotzdem werde ich Lilou vermissen …
Für diesen Band möchte ich wieder eine klare Leseempfehlung aussprechen und nicht nur, weil ich mich an Lilou gewöhnt habe. Alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden und wer noch etwas Lektüre für unser jetzt frühherbstliches Wetter sucht, bei dem er sich nochmals ins Warme träumen kann, bei dem aber der Spannungsfaktor nicht zu kurz kommt, der ist bei Lavendeljagd gut aufgehoben.
Über das Buch
Lavendel-Jagd: Ein Provence-Krimi (Die Lavendel-Morde, Band 8)
Carine Bernard
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Knaur TB; 1. Edition (4. Mai 2026)
ISBN-13: 978-3426566459
Der Preis für das Buch
Das Buch gibt es bei Amazon als Paperback, als eBook für den Kindle und als Hörbuch. Aktuell kostet das Paperback 12,99 € und die Version für den Kindle 9,99 €.
Transparenzhinweis
Dieses Buch wurde mir als Paperback für diese Rezension kostenlos zur Verfügung gestellt und ich darf es anschließend behalten. Wer mich kennt, weiß, dass dies unsere Objektivität bei diesem Testbericht nicht beeinflusst. Die Besprechung beschreibt die ehrliche Meinung von saarzwerg zu dem Buch „Lavendel-Jagd“.
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