Geocaching im Kaukasus: Kurz nach Aserbaidschan

Nahe dem Kloster Dawit Garedscha (welches noch in Georgien liegt) wurde ein Geocache versteckt, der in Aserbaidschan gelistet ist. So kann Sightseeing leicht mit Geocaching und einem Länderpunkt verbunden werden.

Von Tiflis sind es nur 100 Kilometer, die mit dem Bus jedoch knapp drei Stunden dauern. Kommt mit auf die virtuelle Reise nach Aserbaidschan!

 

 

Die Fahrt von Tiflis zum Kloster

Zum Programm der Kurzreise nach Tiflis gehört auch ein Ausflug zum Kloster Dawit Garedscha an der Grenze von Georgien nach Aserbaidschan. Um den Länderpunkt Aserbaidschan zu bekommen, ist hier noch nicht einmal ein „offizieller“ Grenzübertritt notwendig, da der Geocache „Udabno and Lavra – David Gareji Complex“ von Georgien aus zugänglich ist. Die Grenze verläuft je nach Karte irgendwo auf dem Bergrücken.

Von Tiflis sind es nur gute 100 Kilometer mit dem Bus, der dafür aber knappe drei Stunden benötigt. In der zweiten Hälfte der Strecke sind die Straßen echt schlecht und der Bus kommt nur langsam voran.

Die Einfahrt von der Hauptstraße zum Kloster ist ein holpriger und staubiger Schotterweg, über den sich der Reisebus tapfer quält. Wir halten kurz an, um die Aussicht ins Tal zu erleben …

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… und um dort den Tradi „David Gareji“ zu suchen und zu loggen.

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Wir steigen wieder in den Bus. Kurz vor dem Parkplatz ist eine Felsplatte mit einem Turm darauf zu sehen. Er gehört schon zum Kloster und diente der Verteidigung.

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Unterhalb vom Klosterladen hält der Bus. In diesem Gebäude befinden sich auch die sanitären Einrichtungen. Im Laden können wir kaltes Wasser kaufen. Heute ist es sehr sonnig und dementsprechend warm.

 

Der Aufstieg

Unsere Gruppe sammelt sich um die Reiseführerin. Sie erzählt uns von der Geschichte dieses Klosters, welches schon im sechsten Jahrhundert gegründet wurde.

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Wir laufen zunächst den Weg in Richtung des Klostereingangs und kommen so zu der Felsplatte, auf der dieser große Turm steht. In den Fels wurden Stufen gehauen und kleine Pfade angelegt. Ich nehme an, dass sie zum Turm führen, was sich jedoch später als großer Fehler herausstellen sollte.


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Dann trennen sich die Wege. Links geht’s zum Kloster und rechts den Berg hinauf zum Höhlenkloster. Unser Guide erklärt uns, dass es ein steiler Aufstieg ohne Schatten werden wird. Wer sich diesen nicht zutraut, solle lieber das Kloster besichtigen als sich den Berg hinauf zu quälen.

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Ich entscheide mich für die Rundwanderung und tatsächlich, es geht auf einem kleinen Pfad recht steil nach oben. Ich bin froh, dass es die letzten Tage nicht geregnet hat.

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Ich bin im vorderen Teil unserer Gruppe, die ziemlich auseinander reißt. Am Turm angekommen habe ich eine tolle Aussicht von oben in das Kloster hinein.

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Am gegenüberliegenden Hang sind Höhlen zu sehen. Hier haben die Mönche kleine Kammern in den Berg gehauen.

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Es geht weiter nach oben. Immer noch recht steil. Der Pfad führt an einem kleinen Felsen vorbei. Auch hier wurde eine Kammer in den Fels geschlagen.

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Über der Tür befindet sich ein Kreuz. Auch diese Kammer war wohl von einem oder mehreren Mönchen bewohnt.

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Mittlerweile hat sich unsere Gruppe über den kompletten Anstieg verteilt. Jeder muss hier sein eigenes Tempo gegen. Mit drei, vier anderen Geocachern erreiche ich den Bergrücken. Wir haben das erste Mal freie Sicht nach Aserbaidschan.

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Auf einem Felsen genießt ein Gecko die Sonne.

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Ich drehe mich um und blicke zurück. Das Kloster liegt ein gutes Stück unter mir.

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Ich habe es geschafft, ich bin oben angekommen.

 

Über den Bergrücken zur Kapelle

Unsere kleine Gruppe folgt nun dem Pfad über den Bergrücken zu der kleinen Kapelle. Auch das sollte sich als Fehler herausstellen.

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Die Kapelle befindet sich auf der Grenze zu Aserbaidschan. Als wir dort ankommen, sitzen zwei georgische Grenzsoldaten im Schatten. Sie signalisieren energisch, dass sie nicht fotografiert werden wollen.

An der Kapelle wollen wir auf den Rest der Gruppe warten. Unser Guide ist am Ende der Gruppe. Wir machen Pause. Ich laufe mal um die Kapelle herum. Die Eingangstür ist leider verschlossen.

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Die Kapelle wurde auf einem Felsvorsprung erbaut. Von dort kann ich weit nach Aserbaidschan blicken. Leider ist es heute etwas diesig.

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Gegenüber von der Kapelle liegen alte rostige Tanks. Sie sind noch ein Vermächtnis der russischen Armee, die hier stationiert gewesen ist.

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Ich schaue zurück auf den Bergrücken, über den wir gekommen sind. Im Hang kann ich gut die Höhlen des Klosters erkennen. Unterhalb davon verläuft ein Weg.

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Nach einigem Warten erkenne ich dort unseren Guide mit dem Rest der Gruppe …

 

Das Höhlenkloster

Auch von der Kapelle führt ein kleiner Bergpfad nach unten zu den Höhlen. Ich mache mich auf den Weg. An einigen Stellen gibt es Abzweigungen nach oben. Ich nehme eine und werde von einem Eingang überrascht!


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Ein Teil der Felsen wurde verputzt und mit Malereien versehen. Sehr beeindruckend!

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Im Inneren wurden die Räume ebenfalls verputzt. In einer Nische stehen zwei Heiligenbilder. An der Decke sind ebenfalls Reste von Malereien zu sehen.

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Hinter diesem Raum gibt es eine weitere Kammer.

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Es macht Spaß sich hier umzuschauen. Sehr beeindruckend, was die Mönche hier aus dem Berg gehauen haben.

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In einer anderen Höhle kann ich sowas wie eine Toilette vermuten. Es gibt eine Öffnung nach unten und einen Kanal in der Wand, der Wasser zugeführt haben könnte?

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Hier in der Felswand gibt es viele dieser Höhlen. Teilweise muss ich auf allen Vieren nach oben klettern, um dorthin zu gelangen.

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Aber die Strapaze lohnt sich – auch in dieser Höhle gibt es wieder tolle Malereien.

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Ich habe Glück – als ich mich hier umschaue, kommt gerade der Rest unserer Gruppe zusammen mit dem Guide. Sie erklärt uns, dass das der ehemalige Speisesaal des Klosters gewesen ist.

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An der Wand kann ich noch Bänke und davor so etwas wie Tische erkennen.

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Die Wände sind allesamt verputzt und bemalt. Leider wurden einige der Gemälde bewusst durch Gewehrschüsse zerstört. Unser Guide erklärt uns, dass die russischen Soldaten hier wohl Schießübungen veranstaltet hätten.

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Auch in dieser Höhle wurden Heiligenbilder aufgestellt. Die Höhlen werden auch heute noch von Gläubigen aufgesucht.

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In einer anderen Höhle legen wir noch einen Tradi, der von unserem Guide gewartet wird. Nun gibt es noch einen weiteren Geocache in Aserbaidschan: „Davit Garedscha – Udabno Cave Monastery„.

 

Das Event und der Abstieg

An der Kapelle veranstaltet unsere Gruppe ein Event. Nach meinem Eintrag ins Logbuch nutze ich die Zeit hier oben für einen kleinen Spaziergang zu einem etwas höher gelegenen Aussichtspunkt.

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Oben angekommen finde ich die Überreste einer kleinen Schutzhütte.

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Davor befindet sich ein Vermessungspunkt mit vielen Steinmännchen. Ich mache mal schnell ein Selfie …

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.. und schaue mir den Punkt etwas genauer an. In den USA wäre das wohl ein Benchmark, aber hier?

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Als ich wieder zurück zur Gruppe komme, schreibt sich gerade ein Tscheche ins Eventlogbuch. Er ist extra deswegen hierher gekommen. Wow – ich hätte nicht gedacht, dass außer unserer Gruppe Jemand an diesem Event teilnimmt.

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Dann beginnen wir den Abstieg auf einem anderen Weg zurück zum Kloster. Zunächst recht bequem, dann aber immer steiler. Der Sand auf dem Bergpfad ist lose – hier ist Vorsicht geboten. Nach einiger Zeit erreichen wir eine große Felsplatte oberhalb vom Kloster. Hier wurden Gräben in den Fels geschlagen, um das Regenwasser zu sammeln.

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Ich folge den Treppen zur einer kleinen Höhle. Dort stehe ich vor einer Tür.

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Ich schaue hindurch und werde von einem sehr schönen Wasserbecken überrascht.

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Von oben gibt es keinen Eingang in das Kloster. Wir müssen wieder am Turm vorbei und um die Felsplatte laufen, um zum Haupteingang zu kommen. Ich bin neugierig und klettere zum Turm hinauf. Auf der Vorderseite gab es doch in den Fels geschlagene Pfade? Ich klettere auf der Vorderseite über die Felsplatte hinunter. Das ist keine gute Idee. Der Fels ist glatt und die „Pfade“ stellen sich als schmale Risse heraus – nicht wirklich gut zu gehen. Da fällt mir auf, dass der Zugang zum Turm nicht über die Felsplatte erfolgt war, sondern über eine überdachte Treppe hinter der Klostermauer … so kann man sich täuschen.

Das Adrenalin steigt und ich kämpfe mich Meter für Meter nach unten. Zum Glück komme ich dort heil ohne abzustürzen an.

 

Das Kloster

Nun haben wir etwas Zeit uns das Kloster anzuschauen. Vom Haupteingang geht es zunächst nach oben auf eine Galerie.

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Anschließend über eine weitere Treppe nach unten in den Innenhof, wo sich auch der Eingang zur Klosterkirche befindet. Im Inneren ist sie recht schlicht gehalten.

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An der Seite steht ein großes goldenes Kreuz.

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Ich verlasse die Kirche wieder und gehe in den offenen Innenhof des Klosters.

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In der Mitte steht ein steinernes Kreuz. Langsam wird es Zeit an die lange Rückfahrt zu denken. Ich verlasse den Innenhof durch den unteren Ausgang.

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Davor steht dieser russische Oldtimer, die hier wohl noch in Benutzung ist.

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Mit seiner Hilfe werden die Restaurierungsarbeiten am Kloster durchgeführt.

 

Interaktive Tour-Karte

Auf der folgenden Karte könnt Ihr den genauen Verlauf unserer Fahrt von Tiflis zum Kloster Dawit Garedscha sehen. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken.

Den Verlauf unserer Rundwanderung vom Kloster zum ehemaligen Höhlenkloster und wieder zurück könnt Ihr auf der folgenden Karte sehen.

Falls Euch diese Tour interessiert, so könnt Ihr hier die beiden .gpx-Dateien herunterladen:

 

Mein Fazit

Bei dieser Tour ist Geocaching Nebensache. Das Höhlenkloster in der Felswand des Bergrückens finde ich sehr beeindruckend. Es macht Spaß dort zu fotografieren. Hier habe ich echt bedauert, dass ich dieses Mal meine Spiegelreflexkamera nicht dabei hatte. Alle Bilder habe ich mit meinem iPhone gemacht. Unterwegs können zwei Geocaches, welche in Aserbaidschan gelistet sind, gesucht werden.

Falls Ihr mal nach Tiflis kommt, solltet Ihr diesen Ausflug auf jeden Fall machen!

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Wie hat Euch diese virtuelle Reise gefallen? Seid Ihr schon mal dort gewesen oder habt Ihr vor dorthin zu reisen? Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare unter diesem Artikel.

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Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

2 Kommentare:

  1. „Nahe dem Kloster Dawit Garedscha (welches noch in Georgien liegt) wurde ein Geocache versteckt, der in Aserbaidschan gelistet ist. So kann Sightseeing leicht mit Geocaching und einem Länderpunkt verbunden werden.“

    Das ist sicher nur rein zufällig so……

  2. Hallo Jörg,
    ich habe schon deinen Bericht über Tiflis mit Interesse gelesen und auch diese Reportage zur Kloster-Tour hat mich gefesselt. Ich werde die mehrtägige Reise im Juni diesen Jahres absolvieren und freue mich schon auf viele spannende Erlebnisse.
    Beste Grüße aus dem Norden Niedersachsens,
    Hans

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