Dez 012016
 

Im Süden Vietnams liegt Ho-Chi-Minh-Stadt, welche bis 1976 noch Saigon hieß. Im Rahmen einer Katalogreise haben saarzwerg und ich Ende 2015 diese Stadt besucht. Neben Sightseeing haben wir auch ein paar der wenigen Dosen dort gesucht.

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Kommt mit auf die virtuelle Reise in die Millionenstadt Saigon. Gemeinsam besuchen wir das französische und chinesische Viertel, das War Remnants Museum und die Kriegstunnel. Auch ein paar Geocaches werden wir suchen …

 

 

Hotel mit Dachterrasse

Auch in Saigon gefällt mir die Hotel-Auswahl unserer Reiseagentur sehr gut. Wir sind im 5-Sterne-Hotel “Grand Hotel Saigon” (Werbelink) untergebracht. Es hat eine traumhafte Lage mitten im Stadtkern von Saigon in der Nähe vom Fluss und vom Französischen Viertel. Mein absolutes Highlight in diesem Hotel ist jedoch seine Dachterrasse.

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Von hier oben haben wir einen tollen Ausblick auf das nächtliche Saigon. Um uns herum gibt es Wolkenkratzer – einer hat sogar eine eigene Helikopter-Landeplattform.

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Im Gegensatz zum Norden des Landes sieht man hier deutlich die kapitalistische Neuorientierung Vietnams. Rund um den historischen Kern wurden viele moderne Wolkenkratzer und Hochhäuser gebaut.

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Auch in diesem Hotel gibt es wieder ein Frühstückbuffet. Die asiatische Nudelsuppe hat es mir richtig angetan. Schade, dass ich die in Europa noch auf keinem Frühstücksbuffet gefunden habe – daran könnte ich mich gewöhnen!

 

Nächtlicher Stadtbummel durch Saigon

Wir beginnen unseren Rundgang im Französischen Viertel, in dem einige Gebäude noch aus der Kolonialzeit stammen. Als Erstes besuchen wir die Kathedrale Notre Dame.

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Und hier liegt einer der wenigen Geocaches in Saigon: der Tradi “Cathédrale Notre-Dame“. Nach etwas Suchen können wir den “kleinen” noch recht schnell finden.

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Nachdem der Geocache für heute gefunden ist, gehen saarzwerg und ich zum Sightseeing über. Hier im Französischen Viertel gibt es Einiges zu sehen. Gerade am Abend sind die historischen Gebäude schön beleuchtet. Wir überqueren bei der Kathedrale die viel befahrene Straße und gehen zur alten Post hinüber.

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Ihr Inneres wirkt, als wäre dort die Zeit stehen geblieben. Am Ende der großen Halle hängt ein Bild von Hồ Chí Minh, der sein Leben der Vereinigung Vietnams gewidmet hat. Leider erlebte er die Vereinigung 1975 nicht mehr.

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Wie verlassen die Post und schlendern weiter durch das nächtliche Saigon. Wir kommen am alten Rathaus vorbei. Selbst um diese Zeit sind die Straßen Saigons noch sehr voll. Überwiegend Motorroller sind hier unterwegs.

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Nun wechseln wir die Richtung und laufen Richtung Fluss weiter. Mitten in der Stadt gibt es eine kleine Grünanlage in der Achse vom Rathaus zum Fluss. Dort befindet sich natürlich auch ein Denkmal von Hồ Chí Minh. Im Hintergrund ragen die Wolkenkratzer im Stadtkern auf.

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Alle sind mit einem beeindruckenden Lichtkonzept ausgestattet.

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Wir biegen ab und verlassen die Parkanlage. Nach wenigen Minuten erreichen wir ein weiteres historisches Gebäude aus der Kolonialzeit: das städtische Theater.

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Der Eingang ist sehr prunkvoll gestaltet und das komplette Gebäude ist toll beleuchtet.

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Damit geht unser kleiner Bummel durch Saigon zu Ende und wir kehren wieder ins Hotel zurück. Dort lassen wir auf der Dachterrasse an der Bar den Abend ausklingen …

 

Die Kriegstunnel von Củ Chi

Obwohl die Besichtigung der Tunnel im Katalog stand, will fast die gesamte Reisegruppe einen Ausflug ins Mekong-Delta machen. Zumindest organisiert unser Reiseleiter für uns einen individuellen Ausflug zu den Tunneln. In einem Kleinbus fahren wir Richtung Norden. Die Fahrt dauert fast eine Stunde. Unterwegs halten wir an einer Kautschuk-Plantage.

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Dort erklärt uns unser vietnamesischer Guide, der sehr gut deutsch spricht, wie der Saft gewonnen wird: Die Rinde wird eingeritzt und der Saft aufgefangen.

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Auf dem Boden zeigt er uns, wie aus den Früchten die kleinen Kautschukpflanzen wachsen.

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Nach einer Viertelstunde ist das Thema durch und wir steigen wieder in unseren Kleinbus. Kurze Zeit später sind wir schon auf dem großen Parkplatz an den Kriegstunneln von Củ Chi. Am Eingang hängt ein großer Plan dessen, was es hier alles zu besichtigen gibt.

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Nachdem sich unser Guide um die Tickets gekümmert hat, geht es los: Er führt uns über ein paar kleine Pfade durch den Dschungel. Plötzlich bleibt er stehen und fragt uns, ob uns hier auf dem Boden etwas auffallen würde?

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Auch mein geschultes Geocaching-Auge kann hier beim besten Willen nichts erkennen. Er ruft einen Museumsmitarbeiter herbei – einen “kleinen” Vietnamesen. Das ist nicht abfällig gemeint – die im Allgemeinen kleinere Körpergröße wurde im Vietnamkrieg als Vorteil von den Nordvietnamesen genutzt. Die haben Kriegstunnel gegraben, die für die Einheimischen gerade groß genug waren – für die meisten Amerikaner jedoch zu klein.

Und hier im Waldboden ist ein getarnter Eingang zu so einem Tunnel. Der Museumsmitarbeiter zeigt uns die Öffnung.

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Und steigt selbst hinein.

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Auch ich darf es mal versuchen. Es ist zwar eng – aber mein Körper passt auch noch gerade so durch die Öffnung. Ich bin positiv überrascht ;-)

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Wir gehen etwas weiter. An einer anderen Stelle zeigt uns unser Guide einen weiteren Eingang – dieses Mal als Brunnen getarnt. Neben dem Weg sind immer  wieder typische Szenen aus dem Leben der Vietcong aufgebaut – hier eine Ruhepause unter einer Plane.

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Gleich daneben dürfen wir die Überreste eines amerikanischen Panzers bewundern. Die Nordvietnamesen haben ihn mit einer einfachen selbstgebauten Mine außer Gefecht gesetzt.

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An dieser Stelle wurde schon 2002 der Virtual “Cu Chi Tunnels” gelegt. Um ihn loggen zu können, muss ich eine Vor-Ort-Frage beantworten, was mir recht gut gelingt.

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Der größte Teil dieses Museums beschäftigt sich mit dem Leben der Nordvietnamesischen Kämpfer in den Tunneln und mit den einfachen Mitteln, mit denen sie sich effektiv gegen die hochgerüsteten Amerikaner behauptet haben. Dabei haben sie viele Fallen gebaut. Hier eine Fallgrube mit langen Eisenspitzen am Boden …

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Oder diese Tritt-Falle, die in einem getarnten Loch platziert wurde.

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Und noch eine Tür-Falle. Öffnete der GI die Tür einer Hütte, um nach Vietcong zu suchen, kam ihm dieses Gestell mit den langen Eisenspitzen entgegen. Da es zweiteilig ausgeführt war, konnte der untere Teil immer noch zuschlagen, selbst wenn oben festgehalten wurde …

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Ziel war es eher die amerikanischen Soldaten zu verletzen als sie zu töten, da ein verletzter Soldat Hilfe benötigt und so weitere Kräfte bindet. In und bei den Tunneln gab es auch Werkstätten. Dort wurden neben Bomben und Fallen auch Schuhe, oder besser gesagt Latschen, gefertigt.

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Und auch hier weiß unser Guide eine Anekdote zu berichten: Die Amerikaner fackelten große Teile des Urwaldes ab, um die Spuren der Vietcong auf dem Ascheboden aus der Luft sehen zu können. Die Vietcong reagierten darauf, indem sie Schuhe fertigten, an denen die Sohle umgekehrt befestigt war – so nahmen die Amerikaner meist die falsche Richtung an.

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Die Schuhe wurden aus ausrangierten LKW-Reifen gefertigt und werden heute noch im Museum den Touristen zum Kauf angeboten.

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Dann kommen wir zu zum Teil eingegrabenen Hütten, die früher als Kasernen gedient haben. Heute wird darin ein Film über das Leben in den Tunneln vorgeführt.

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Der Film ist sogar für uns auf deutsch. Wahnsinn, wie gut die Guerilla-Taktik des Vietcong mit den einfachsten Mitteln gegen die Amerikanische Besatzung funktioniert hat. Damit geht unser Besuch in den Tunneln zu Ende.

 

Das “War Remnants Museum”

Von unserem Hotel sind es nur 20 Minuten zu Fuß zum Kriegsmuseum von Saigon. Auf unserem Weg dahin kommen wir an diesem Plakat vorbei, was mich irgendwie an die DDR erinnert.

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Leider kann ich nicht lesen, um was es hier geht. Die ganze Stadt ist zur Zeit mit dieser Art von Plakaten gepflastert. Am Museum angekommen, kaufen wir uns zuerst mal Tickets. Mit denen bekommen wir auch einen Klebepunkt, den wir an unsere Kleidung anbringen. Das ist hier so üblich, damit die Museumsmitarbeiter gleich sehen, wer bezahlt hat und wer eben noch nicht.

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Zwischen Eingang und Museumsgebäude befindet sich im Außengelände eine Ausstellung der größeren meist amerikanischen Kriegsmaschinerie: Panzer, Hubschrauber und Flugzeuge … unter einem der Panzer soll der Tradi “War museum” versteckt sein.

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Leider müssen wir feststellen, dass der Panzer gerade gestrichen wird. Die Dose scheint auch nicht vor Ort zu sein. Wie viele andere davor machen wir einen Foto-Log, der vom Owner akzeptiert wird. Mittlerweile ist der Cache archiviert worden.

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Nachdem wir uns die “großen Waffen” auf dem Außengelände angeschaut haben, geht es nach Drinnen. Die Ausstellung ist sehr informativ und zeigt die Kriegsgräuel sehr eindrucksvoll. Es verdeutlicht, dass im Krieg nicht an die Zeit danach gedacht wird. Auch heute leiden die Völker in Indochina noch immer an den Folgen!

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Wir verlassen das Museumsgebäude durch den Seitenausgang. Dort geht es zu den Verhörzellen, in denen “wichtige” Vietcong gefoltert wurden, um an Informationen zu gelangen. An der Decke hängen selbst bei Tageslicht unzählige Fledermäuse.

Eine Guillotine aus der französischen Kolonialzeit wurde dort aufgestellt.

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Mit diesen schrecklichen Eindrücken verlassen wir das Museum.

 

Der Geocaching-Multi

Da wir bis zum Abendessen noch etwas Zeit haben, beschließen wir auf dem Rückweg noch den Multi “Green Monster Walk” zu versuchen. Die Stationen führen uns durch die Innenstadt an wirklich großen Bäumen vorbei. Das Final ist schnell berechnet.

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In den Wurzeln eines großen Baumes wurde eine Filmdose für uns versteckt.

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Nachdem der Multi geloggt ist, geht es wieder zurück zum Hotel. Unterwegs kommen wir an einem kleinen Teich vorbei, wo eine einsame kleine Blüte blüht …

 

Das Chinesische Viertel Cholon

Am Morgen des letzten Tages unseres Aufenthaltes wollen wir Chinatown besuchen. In Saigon ist dies der Stadtteil Cholon.

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Wie immer sind auf der Straße wieder unzählige Motorroller unterwegs. Bei der Überquerung der Straße fühle ich mich wie früher im Telespiel “Frogger” – kennt Ihr das noch?

Wir besichtigen einen chinesischen Tempel: den Thien Hau Temple.

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Der Eingang und die Holzvertäfelungen sind mit chinesischen Schriftzeichen geschmückt.

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Überall liegt der Duft von Räucherstäbchen in der Luft. Was bei uns in der Kirche die Kerzen sind, das sind hier die Räuchstäbchen.

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Der Innenhof ist offen – so kann wenigstens der viele Rauch abziehen.

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Die Räucherstäbchen können als “gute Tat” gespendet werden. Natürlich werden die Spender auch vermerkt – auf lilafarbenen Zetteln an der Wand.

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Und die Räucherstäbchen gibt es nicht nur in gerade – nein, auch in der platzsparenden Spiralversion mit langer Brenndauer. Die wird dann an der Decke aufgehängt.

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Unser Reiseleiter nimmt uns mit in einen Nebenraum, um die Einheimischen bei Ihrer Andacht nicht zu stören. Dort erklärt er uns, dass der Tempel nicht nur das geistliche Zentrum bei den Chinesen darstellt. Die Tempel in fremden Städten sind auch die erste Anlaufstelle, um neu Zugezogene in die chinesische Gemeinschaft integrieren zu können.

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Nach unserem Besuch im Tempel schlagen wir uns wieder durch den Verkehr Saigons, um zu unserem Bus zurückzugelangen. Und wieder geht es zum Flughafen – dieses Mal, um nach Kambodscha zu fliegen … aber das ist eine andere Geschichte!

 

Mein Fazit

Mir hat Saigon sehr gut gefallen. Geocachingmäßig war dort 2015 wenig los. Inzwischen haben sich die Caches fast verdoppelt – heute gibt es ca. 7 Geocaches in und in der Nähe von Saigon.

Die Stadt selbst ist sehr quirlig und ist gut mit einer westlichen Metropole zu vergleichen. In der Innenstadt sind Gebäude aus der Kolonialzeit mit den modernen Wolkenkratzern vermischt. An jeder Ecke gibt es interessante Fotomotive.

Sehr gut gefallen haben mir die verschiedenen Möglichkeiten etwas über die jüngere Geschichte Vietnams und seine Kriege zu erfahren. Wenn Ihr Euch dafür interessiert und Ihr mal die Gelegenheit habt, so lege ich Euch das Kriegsmuseum und die Tunnel von Củ Chi ans Herz.

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Wie hat Euch die virtuelle Reise durch Saigon gefallen? Möchtet Ihr mehr Bilder von dieser Tour sehen? Dann werft doch mal einen Blick in das zugehörige Album.

Wie immer freue ich mich auf Eure Kommentare zu diesem Artikel!

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