Feb 202014
 

Richy006 war auch einer der Geocacher, die meinem Aufruf gefolgt sind und ohne viel Aufhebens und Nachfragen geduldig meine Fragen beantwortet und mir das Dokument zugeschickt hat. Für seine wirklich ausführlichen Antworten möchte ich mich bedanken!

Der Geocacher "Richy006", den ich hier im Interview habe...

Viel Spaß beim Lesen dieses Interviews…

Richy006, wie lange bist Du schon Geocacher?

Meinen ersten Cache habe ich am 28.10.2010 gefunden. Ob ich mich allerdings ab genau diesem Zeitpunkt als Geocacher bezeichnen würde, weiß ich nicht. Schließlich war ich auch nicht nach meinem ersten Wurf Basketballer. Eher war es eine Frage der Zeit und Weiterentwicklung, um einer solchen Bezeichnung würdig zu werden. Ähnlich sehe ich das auch bei dem Titel „Geocacher“. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kann keinen genauen Zeitpunkt angeben, seit dem ich mich als „echten Geocacher“ ansehe. Wer weiß, vielleicht bin ich es ja auch noch nicht.

Wie bist Du zum Geocaching gekommen?

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem GPS-Gerät für mein Mountainbike. Ein alter Schulkollege hatte nicht nur ein Garmin Oregon 450, sondern auch schon erste Cacheerfahrungen. Der Rest ging dann fix: Funktionen zeigen lassen, kurze theoretische Einführung über Dosen im Wald, erste Praxiserfahrung als Augenzeuge eines „founds“, obiges Gerät bestellt, zwei Tage später die erste garmingeführte Mountainbike-Tour auf die Bergehalde in Merchweiler gemacht, Blut geleckt, am Tag drauf mit ein paar Kollegen den ersten Nachtcache angegangen und schwupp gab es kein Zurück mehr.

Wie viele Caches hast Du bisher gefunden?

1911.

Was ist deine Homezone?

Wemmetsweiler! Und meine Homezone ist sauber! Keiner der drei Caches konnte sich lange vor mir verstecken.

Welches ist Dein aktueller Lieblingscache? Warum ist er es?

Oh je, das kann ich nicht auf einen reduzieren:

  1. Die verschlüsselte Botschaft – Grund: technisch und handwerklich perfekt, dazu mit passender Story und ganz in der Nähe.
  2. LOST – Grund: ein absolutes Meisterwerk und außerdem mein erster anspruchsvoller Cache, den ich drei Monate nach meinem schlimmen Radunfall im Sommer 2012 machen konnte.
  3. Die Zona-M-Reihe auf Mallorca– Grund: meine persönlichen Urlaubshighlights mit Dose.
  4. Funkloch 2 – Grund: mein bester Nachtcache und der Beweis, dass das Buch immer wesentlich besser ist als der Film …. Ähhhh, dass der Cache besser ist als der Film natürlich!
  5. Der Gutsknecht – Grund: einer der ersten und bisher der nachhaltigste Lost-Place.
  6. Seven Summits of Saalbach Hinterglemm – Grund: meine schönste Wanderung, leider wurden es im Endeffekt nur six summits, da am Tag der Wanderung ein Gewitter aufzog. Damit konnten wir den siebten Gipfel nicht ersteigen, den Bonus nicht suchen und auch das begehrte Profilbildchen nicht einbinden.

Welches ist der Cache, der Dir bisher am wenigsten gefallen hat und warum?

Exemplarisch für alle ungewarteten, uninteressanten, an Stoppschildern hängende, ins Laub hineingeschmissene, vom Müll verdeckte und verdreckte oder in Niveadosen hineingestopfte Caches verlinke ich den hier.

Welches war Dein verrücktestes Erlebnis beim Geocachen?

Hier ist schon Einiges passiert: Die Schrottdiebe beim Raiders of the Lost Place II, der Schwertransport mit Rotorblatt für den Windpark auf unserem Nachtcacheweg in Oberthal oder der Hubschrauber, der uns 20 Minuten lang in der Luft stehend bei Red Land beobachtet hat, sind ein paar Beispiele. Mein persönliches Highlight war aber damals beim Nachtcache Mordsgetümmel bei Nacht (oder so ähnlich), als man in Püttlingen Teile von Gebäuden auf Fotos erkennen und suchen musste. Da empfing uns ein total besoffener Kneipenbesucher mit den Worten: „Ihr sucht bestimmt die Sonne, alle suchen immer die Sonne!“ – Normalerweise hätte man ihn für einen durchgeknallten Propheten halten müssen, aber wir suchten ja tatsächlich die Sonne. Und konnte diese mit Hilfe des Promillekönigs auch finden.

Das mag ich am Geocachen:

Vieles – und es wird immer mehr. Los gings eigentlich damit, meine Radtouren und Gassirunden durch die Such-und-Spiel-Komponente des Geocachings zu erweitern. Der nächste Schritt war, dass Caches den Reiseführer abgelöst haben. Dann kamen recht flott Lost Places hinzu und mittlerweile habe ich auch alles an Ausrüstung, was man für Kletter-T5er braucht. Auch wenn ich aufgrund meiner Höhenangst denkbar schlechte Voraussetzungen für diese Spielart mitbringe, macht es Spaß und die Bäume bzw. Brücken werden auch immer höher. Momentan versuche ich mich am Lockpicking. Leider gibt es hierzu recht wenige Caches im Umkreis, sodass ich an den Schließfächern der Arbeitskollegen üben muss. Und ich kann vermelden, ich werde besser. Mal sehen, was die Zukunft noch so bringen wird.

Das mag ich am Geocachen weniger:

Auch hier müsste ich weit ausholen, aber ich beschränke mich mal auf die wichtigsten Punkte:

  1. Lieblose Cachelistings, die ohne den geringsten Respekt vor unserer Sprache hingesaut werden.
  2. Orte, die bedost werden, weil z.B. Holger nach seiner Trennung von Dörte in den 80ern immer an diesen einen Baum gepinkelt hatte.
  3. Aufrufe zur Flächenbedosung, weil man das Gefühl hat, der eigene Ort zeige Merkmale von Cache-Entwicklungsländern.
  4. Cachetourismus wie bei den Helden-Caches … Ok, ich war an einem Sonntag dort, aber es war furchtbar.
  5. Unangemessenes Verhalten jeder Art.

Das darf in meiner Cacherausrüstung nicht fehlen:

Meine Wanderschuhe.

Hast Du eine eigene Webseite oder bist Du in den sozialen Medien unterwegs um über Dein Geocaching zu berichten?

Um einen Blog zu betreiben, muss man meiner Ansicht nach über vier Voraussetzungen in absteigender Wichtigkeit verfügen: Man muss erstens über etwas Spannendes oder Außergewöhnliches berichten können. Zweitens sollte man über eine gewisse Schreib- und Sprachkompetenz verfügen. Als besonders lesenswert erachte ich gut begründete Meinungen zu kontroversen Themen und viertens spielt der Zeitfaktor eine Rolle, da man nur so aktuelle Themen ansprechen und auch auf Feedback angemessen reagieren kann. In den letzten Jahren habe ich zu viele Negativbeispiele gesehen, in denen eine oder mehr Voraussetzungen (auffällig oft Nummer 2) nicht gegeben waren. In diese Gruppe möchte ich mich nicht einreihen und lasse daher das Bloggen.

In sozialen Netzwerken, sei es Facebook oder die grüne Hölle, habe ich ab und an mal zu Themen Stellung genommen. Aber leider herrscht auch hier oft der Trend vor, dass viel gelesen, aber wenig verstanden und viel geschrieben, aber wenig nachgedacht wird. Daher hat sich meine Aktivität auf ein absolutes Minimum reduziert.

Hast Du einen Linktipp für uns? Eine Geocaching-Webseite, die man kennen sollte?

Ohne jetzt schleimen zu wollen – aber der Blog vom Saar-Fuchs hat uns schon zu einigen Touren inspiriert.

Wieviele Geocoins besitzt Du und welches ist Deine Lieblingscoin?

Eine – die wurde mir von DonSimpone zum Geburtstag geschenkt und hat im Gegensatz zu mir auch schon Australien sehen dürfen. Ansonsten zählen Coins und TBs (auch wenn ich einen ganz kleinen auf dem Auto und auf dem Fahrrad kleben habe) zu den Bereichen, die ich zwar ganz nett finde, aber nicht wirklich verfolge.

GPS-Gerät oder Smartphone?

Zum Cachen ganz klar GPS-Gerät. Das blöde Telefon habe ich eh zu oft in der Hand. Da bin ich froh, wenn ich es beim Cachen in der Tasche oder sogar im Auto liegen lassen kann.

Tradi oder Mystery?

Tradi – eignet sich besser für die schnelle Gassirunde mit Tara.

Travelbugs – mitnehmen oder liegen lassen?

Meistens liegen lassen und fotografieren.

Wie wichtig sind Dir Meilensteine und weißt Du schon, welchen Cache Du an Deinem nächsten machen willst?

Meilensteine sind mir ziemlich egal. Einmal hatte ich Glück, da war ein besonderer Cache zufällig die Nummer 1000, dafür war mein 500. Fund aber auch ein absoluter Schrotttradi an einem Kreisel.

Dein Tipp für Leute, die mit dem Geocaching anfangen wollen?

Wie üblich 10%! Sorry, eine schlechte Angewohnheit, die ich nicht abstellen kann. Mein TIPP für potentielle Anfänger ist, es lieber bleiben zu lassen. Geocaching macht nämlich süchtig und man kommt nur schwer wieder davon los. Falls ihr doch loslegt, begegnet allem (Natur, Locations, Dosen, Stationen…) und jedem (Förster, Muggel, Tiere…) mit dem nötigen Anstand und Respekt.

* * *

Allgemeine Informationen und eine Übersicht über alle bisher geführten Interviews findet Ihr auf der Seite der Interview-Serie. Dort könnt Ihr auch nachlesen, was zu tun ist, falls auch Ihr Euch als Cacher des Saarlandes vorstellen möchtet!

 

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