Zwischen Tübingen und Esslingen liegen Fachwerkhäuser, eine Klostermühle und ein Hundertwasser-Haus, die man auf dem Rad ganz entspannt mitnehmen kann.
Welche Stopps sich wirklich lohnen, steht im Beitrag, inklusive Tipps für Einkehr und Rast. Schaut doch mal rein!
Die Daten der 1. Etappe von Tübingen nach Esslingen
Schattige Uferwege, historische Altstadtkulissen und der sanfte Lauf des Neckars: Unsere Tour auf dem Neckartal-Radweg führte uns von der malerischen Universitätsstadt Tübingen bis ins charmante Esslingen. Auf den insgesamt 55,5 Kilometern ging es entspannt zu – mit überschaubaren 110 Höhenmetern ließ sich die Landschaft in vollsten Zügen genießen. Inklusive gemütlicher Pausen waren wir 7 Stunden und 35 Minuten unterwegs, was vor allem an unseren Zwischenstopps lag: Die historischen Gassen von Nürtingen und das architektonisch faszinierende Plochingen luden zum Sightseeing ein, abgerundet durch eine Mittagspausen-Einkehr im Café und eine erfrischende Rast im Biergarten.
Auch das Geocaching kam nicht zu kurz: Mit insgesamt 23 Funden – davon 5 klassischen Geocaches und 18 Labcaches – konnten wir am Wegesrand wieder einige schöne Dosen und kurzweilige Abenteuer loggen. Kommt mit auf ein abwechslungsreiches Stückchen Neckartal!
Von Tübingen auf’s Land hinaus
Da für den heutigen Tag strahlender Sonnenschein und Temperaturen weit über der 30-Grad-Marke angekündigt sind, verlassen wir die Jugendherberge Tübingen bereits kurz nach acht Uhr morgens. Nachdem wir unsere E-Bikes aus dem Fahrradraum geholt und die Packtaschen fest montiert haben, sitzen wir um 8:20 Uhr bereits im Sattel.
Zunächst verläuft der gut ausgeschilderte Neckartal-Radweg parallel zur Straße.
Schon nach kurzer Zeit müssen wir allerdings einer Umleitung folgen, da der reguläre Radweg derzeit gebaut wird. Vor Ort fällt es gar nicht so leicht, die richtigen Schilder der Umleitungsbeschilderung im Auge zu behalten. In solchen Momenten bin ich extrem froh, den exakten GPS-Track der Route auf meinem Fahrradcomputer mitfahren zu lassen. Nach einem kleinen Schlenker treffen wir wieder auf den eigentlichen Neckartal-Radweg und rollen entspannt hinter den Wohnhäusern verkehrsberuhigt vorüber.
Langsam lassen wir Tübingen hinter uns und radeln zunächst noch im angenehmen Schatten über gut geteerte landwirtschaftliche Nutzwege.
Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, allerdings steigt das Thermometer schon am frühen Morgen kontinuierlich nach oben.
Durch die Neckarauen
Wir radeln weiterhin gemütlich über gut geteerte Radwege durch das breite Tal des Neckars, den wir hier stellenweise überhaupt nicht zu Gesicht bekommen. Durch die offene Weiden- und Wiesenlandschaft gibt es auf diesem Abschnitt leider kaum noch schatten spendende Bäume, weshalb uns die Sonne auf den Rädern ganz schön einheizt.
Als wir kurz darauf auf einer Brücke den Fluss überqueren, fällt mein Blick nach unten: Im kühlen Flussbett stehen mehrere Pferde, die von ihren Reitern zur Abkühlung direkt ins Wasser geführt werden. So etwas sehe ich auf meinen Touren auch nicht alle Tage, weshalb ich kurz innehalte und das ungewöhnliche Bild genieße.
Anschließend folgen wir weiter dem gut ausgebauten Neckartal-Radweg durch die malerische Auenlandschaft.
Ab und an wechseln wir dabei die Flussseite. Oft nutzen wir dafür eigens konstruierte Brücken, die ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger freigegeben sind.
Kurz vor einer dieser Brücken werden wir von einer Gruppe Rennradler überholt. Wie leider auf viel befahrenen Abschnitten ab und zu zu beobachten ist, sind manche von ihnen hier ziemlich rücksichtslos und mit überhöhtem Tempo unterwegs.
Vorbei an Mühlen und kleinen Dörfern
Etwas weiter passieren wir eine Autobrücke mit einem herrlichen Blick auf die Klostermühle, die wirklich idyllisch am Neckar bei Mittelstadt liegt.
Ein paar Kilometer weiter erreichen wir eine große Radbrücke, die uns direkt auf die andere Seite des Neckars bringt.
In Neckartenzlingen erwartet uns allerdings schon die nächste Umleitung, da die direkte Ortsdurchfahrt wegen einer Baumaßnahme gesperrt ist. Der kleine Schlenker hat aber auch sein Gutes: So bekommen wir zumindest noch ein paar schöne Ecken des Ortes zu sehen.
Anschließend rollen wir über einen funkelnagelneuen, perfekt geteerten Radweg entspannt weiter in Richtung Nürtingen.
Langsam geht es auf elf Uhr zu – es wird Zeit für eine erste Pause.
Da wir unterwegs leider kein schattiges Plätzchen für eine kurze Rast finden können, radeln wir ohne Unterbrechung weiter. Gegen 11:00 Uhr taucht schließlich die Silhouette von Nürtingen vor uns auf.
Spontan entscheiden wir uns für einen kleinen Abstecher in die Stadt, um etwas für die Mittagspause zu suchen – was gar nicht so einfach ist. Im Café Male werden wir schließlich fündig und sichern uns ein schattiges Plätzchen im Biergarten. Ein kühles Radler und ein lecker belegter Bagel sorgen für eine rundum gelungene Pause.
Gegen 12:20 Uhr brechen wir zu einer kleinen Erkundungsschleife durch den historischen Ortskern auf. Dabei lassen wir uns idealerweise von den Stationen eines Adventure Labs leiten. Die Tour führt uns direkt zum historischen Rathaus und dem hübschen Marktbrunnen davor.
Etwas weiter kommen wir an einem wirklich stattlichen Fachwerkhaus vorbei, das an der Ecke zur Kirchstraße mit einer goldenen Fächerrosette auffällt. Erbaut wurde das im imponierenden Barockstil errichtete Gebäude vom damaligen Nürtinger Bürgermeister Johann Heinrich Schloßberger und seiner Frau Hedwig. Von 1795 bis 1930 befand sich hier eine Schmiede, und seit 1926 steht dieses prächtige Schmuckstück völlig zu Recht unter Denkmalschutz.
Oben im Giebel des Hauses ist die vergoldete Fächerrosette wunderschön zu erkennen.
Von dort aus steuern wir als Nächstes die Kreuzkirche an.
Anschließend geht es weiter durch die Kirchstraße zur evangelischen Stadtkirche St. Laurentius, wo wir ebenfalls aufmerksam die Fragen für die nächsten Labcache-Stationen beantworten.
Zum Abschluss verlassen wir die historische Altstadt über die Schlossgartenstraße und kommen an einem weiteren geschichtsträchtigen Gebäude vorbei, das heute von der Hochschule Nürtingen-Geislingen genutzt wird.
Danach rollen wir hinunter zum Kreisverkehr, überqueren erneut die Brücke über den Neckar und fädeln uns wieder auf den offiziellen Neckartal-Radweg ein.
Weiter am Neckar entlang
Über gut ausgebaute Radwege rollen wir entspannt den Neckar abwärts.
Gegen 13:30 Uhr kommen wir am gemütlichen Biergarten der Fischerhütte Neckarwasen vorbei und entscheiden uns spontan für eine weitere kühle Pause. Bei dem heißen Wetter tut ein erfrischendes Radler im Schatten einfach richtig gut.
Nach einer knappen Stunde schwingen wir uns wieder auf die Räder und setzen unsere Fahrt immer nah am Flusslauf des Neckars fort.
An einem Radwegweiser werfen wir einen kurzen Blick auf die Schilder und sehen, dass es von hier aus nur noch knapp 14 Kilometer bis zu unserem heutigen Tagesziel Esslingen sind.
Durch Plochingen hindurch
Langsam nähern wir uns Plochingen. Bei Wernau bleiben wir auf der linken Seite des Neckars und folgen treu dem gut ausgeschilderten Radweg.
Knapp zwei Kilometer weiter erreichen wir den weitläufigen Landschaftspark Bruckenwasen, der 1998 im Rahmen der 16. Baden-Württembergischen Landesgartenschau entstanden ist. Über den imposanten Otto-Steg, eine reine Fußgänger- und Radfahrerbrücke, wechseln wir erneut die Flussseite.
Schon beim Überqueren der Brücke fällt der Blick auf die bunten Kuppeln und geschwungenen Formen des Plochinger Hundertwasser-Hauses. Das Gebäude mit dem offiziellen Namen „Wohnen unterm Regenturm“ wurde von Friedensreich Hundertwasser entworfen und von 1991 bis 1994 errichtet. Der farbenfrohe Innenhof mit seinem Regenturm ist ein echtes architektonisches Highlight mitten in der Stadt.
Selbstverständlich lassen wir uns einen kleinen Abstecher dorthin nicht entgehen und schauen uns das außergewöhnliche Bauwerk aus nächster Nähe an.
Anschließend radeln wir verkehrsberuhigt den Schildern nach durch den Plochinger Ortskern.
Wegen der drückenden Hitze ist zu dieser Uhrzeit kaum eine Seele auf den Straßen unterwegs.
Wir folgen dem Radweg weiter in Richtung Ortsausgang und legen am Kulturpark Dettinger eine wohlverdiente Rast ein. Das historische Areal auf dem Gelände der ehemaligen Holzwarenfabrik Dettinger wurde Ende der 1990er-Jahre in eine öffentliche Parkanlage umgewandelt und verbindet denkmalgeschützte Industriearchitektur mit grünen Erholungsflächen.
Im kostenlos zugänglichen Park nutzen wir die schattigen Plätze und spielen direkt das gleichnamige LabAdventure durch.
Nachdem alle fünf Labcaches erfolgreich absolviert und geloggt sind, setzen wir unsere Fahrt schwungvoll fort.
Weiter nach Esslingen
Zunächst fahren wir über den Radweg, der uns parallel zur Hauptstraße ortsauswärts leitet. Danach biegen wir nach links ab, unterqueren die Bahnstrecke und rollen durch einen kleinen Park, der idyllisch zwischen dem Neckar und dem Neckar-Altarm liegt.
Etwas weiter verläuft unser Weg wieder unmittelbar neben dem Fluss und präsentiert sich hervorragend ausgebaut. Auf diesem ebenen Teilstück kommen wir zügig voran und genießen die letzten Kilometer der Etappe.
Am historischen Wasserhaus am Rande des Merkel’schen Parks verlassen wir schließlich das Ufer des Neckars und folgen der Beschilderung in Richtung Stadtmitte.
Gegen 16 Uhr erreichen wir unser Hotel Ecoinn in Esslingen (Provisionslink), wo wir unsere Räder sicher in einem verschlossenen Fahrradraum unterbringen können. Vor Ort gibt es praktische Lademöglichkeiten für die Akkus – was wir wegen des flachen Profils der heutigen Tour allerdings noch gar nicht nötig haben. Unser Hotel stelle ich Euch im kommenden Beitrag über unseren Aufenthalt in Esslingen noch genauer vor.
Interaktive Karte meiner Radtour
Auf der folgenden Karte könnt ihr den genauen Verlauf meiner Radtour über den Neckartal-Radweg von Tübingen nach Esslingen sehen. Die von mir besuchten Sightseeing-Spots, meine Unterkünfte, sowie die Locations, wo ich unterwegs eingekehrt bin, habe ich euch ebenfalls eingezeichnet. Auch die Lab- und Geocaches, die ich unterwegs geloggt habe, sind in der Karte zu finden. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Lab- und Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Bitte beachtet, dass der Link zur Unterkunft ein sogenannter Provisionslink ist. Bucht ihr über diesen, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass ihr mehr zahlt. Damit unterstützt ihr meinen Blog!
Falls euch meine Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich diese Radtour auch in meinem Komoot eingestellt.
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Diese Tour habe ich im Rahmen meiner Radtour über den Neckartal-Radweg von Tübingen nach Heidelberg unternommen. Meinen Überblicksbeitrag zu dieser Tour findet ihr unter Radfahren & Geocaching: 5 Tage auf dem Neckartal-Radweg.
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Wie hat euch mein Bericht von meiner Radtour über den Neckartal-Radweg von Tübingen nach Esslingen gefallen? Seid ihr selbst schon dort unterwegs gewesen? Was habt ihr in der Region unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.


































