Radfahren & Geocaching: 5 Tage auf dem Neckartal-Radweg

Der Neckartal-Radweg ist durchgängig beschildert, weitgehend flach und führt an historischen Altstädten vorbei, die sich abends perfekt zu Fuß erkunden lassen. Wer Geocaching mag, findet unterwegs reichlich Gelegenheit – Saarfuchs verrät, wo sich Stopps wirklich lohnen und wo er bewusst weitergeradelt ist. Mit praktischen Tipps zu Unterkünften, Restaurants und GPX-Download.

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Neckartal-Radweg

Der Neckartal-Radweg zählt zu den abwechslungsreichsten Flussradwegen Deutschlands und ist vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) als 4-Sterne-Qualitätsroute ausgezeichnet. Auf rund 370 Kilometern begleitet der Fernradweg den Fluss von seiner offiziellen Quelle im Schwenninger Moos (Villingen-Schwenningen) auf etwa 764 Metern Höhe quer durch Baden-Württemberg bis zu seiner Mündung in den Rhein bei Mannheim auf rund 89 Metern Höhe. Mit ca. 1.069 Höhenmetern Anstieg und 1.675 Höhenmetern Abfahrt verläuft die Strecke über die Gesamtdistanz überwiegend sanft bergab, was sie ideal für Familien und Genussradler macht.

Beschilderung Neckartal-Radweg

Die meist in 8 Tagesetappen unterteilte Route führt vorbei an historischen Stationen wie Rottweil (der ältesten Stadt des Bundeslandes), der Universitätsstadt Tübingen mit ihren charakteristischen Stocherkähnen, der Landeshauptstadt Stuttgart sowie den steilen Terrassenweinbergen des Heilbronner Landes. Im späteren Verlauf prägt die romantische Dichte an Burgen und Schlössern im Odenwald – darunter das Schloss Horneck oder die weltberühmte Schlossruine in Heidelberg – das Landschaftsbild. Dank der hervorragenden Infrastruktur entlang der befestigten Wege und der lückenlosen Anbindung an das Schienennetz lässt sich der Klassiker unter den Landesradfernwegen hervorragend in flexiblen Etappen erfahren.

 

Die Planung

Bei der Tourenplanung entlang des Neckars lege ich großen Wert auf ausreichend Zeit für Sightseeing und Geocaching entlang der Strecke sowie an den jeweiligen Übernachtungsorten. Da wir auf E-Bikes setzen, takte ich die Tagesetappen auf jeweils rund 60 Kilometer. Das lässt uns unterwegs und an den Etappenzielen genügend Spielraum, um auch abseits des direkten Radwegs historische Besonderheiten zu entdecken. Da wir eine klassische Streckentour fahren, achte ich bei der Wahl von Start- und Zielort auf eine gute Bahnanbindung.

Fahrräder in der Regionalbahn

Aus diesen praktischen Überlegungen formt sich schließlich unsere Route: Wir starten in der traditionsreichen Universitätsstadt Tübingen, die durch den Hölderlinturm am Neckarufer und die gotische Stiftskirche geprägt ist, und fahren flussabwärts bis nach Heidelberg, dem Standort von Deutschlands ältester Universität. Unsere Übernachtungen lege ich ganz bewusst in die Nähe von jeweils einer historischen Altstadt. Am ersten Tag reisen wir mit der Bahn nach Tübingen und erkunden die Altstadt. Anschließend pausieren wir in Esslingen am Neckar, einer ehemaligen Freien Reichsstadt, die einen der ältesten zusammenhängenden mittelalterlichen Stadtkerne Deutschlands besitzt. Danach steuern wir Besigheim an. Die Kleinstadt liegt geografisch markant auf einem langgestreckten Bergrücken genau am Zusammenfluss von Enz und Neckar und blickt auf eine lange Weinbautradition zurück. Unser dritter Halt ist Mosbach an den Ausläufern des badischen Odenwalds, dessen historischer Marktplatz unter anderem vom 1561 erbauten Palm’schen Haus, einem der bedeutendsten Fachwerkhäuser Süddeutschlands, gesäumt wird. Zusammen umfassen diese vier geplanten Radetappen eine überschaubare Gesamtdistanz von 252 Kilometern.

 

Geocaching unterwegs

Unterwegs liegen einige Tradis und ein einfacher Earthcache direkt an unserer Radstrecke. Auch gönnen wir uns den ein oder anderen kleinen Umweg in schöne Fachwerkorte, in denen wir hauptsächlich Labcaches spielen. Da wir meist am frühen Nachmittag an unseren Übernachtungsorten ankommen, bleibt auch dort noch genügend Zeit, sich die jeweiligen Orte mittels Lab- und Geocaching zeigen zu lassen.

Geocache am Neckartal-Radweg

Für die Statistiker unter euch: In den fünf Tagen können wir insgesamt 110 Funde verbuchen.  Diese erstrecken sich auf 89 Labcaches, 20 Traditional Caches und einen Earthcache. Die Funde stammen aus insgesamt acht verschiedenen Landkreisen entlang der Strecke. Da wir an fast allen Tagen Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius haben, stoppen wir nicht an jeder Geocaching-Gelegenheit. Für ehrgeizigere Geocacher sind daher noch weit mehr Funde auf dieser Route möglich.

 

Reiseverlauf

Im Folgenden zeige ich euch, wie wir die fünf Tage unserer Tour über den Neckartal-Radweg gestalten.

1. Tag: Tübingen

  • Anreise aus dem Saarland mit der Bahn (Deutschlandticket)
  • 13 Uhr – Ankunft am Hauptbahnhof Tübingen
  • Fahrt zur Jugendherberge und Abstellen von Fahrrädern und Gepäck

Tübinger Altstadt vom Neckar aus gesehen

  • Spaziergang durch das Schloss Hohentübingen

Schloss Hohentübingen

  • Spaziergang durch die Altstadt

Historisches Tübinger Rathaus

  • 17 Uhr – Einchecken in der Jugendherberge
  • Abendessen in der Altstadt im Gasthaus Bären
  • Spaziergang durch die Altstadt

Stiftskirche St. Georg in Tübingen

2. Tag: Von Tübingen nach Esslingen am Neckar

  • Radtour von Tübingen nach Esslingen: 56 km und 110 hm
    • Mittagessen im Café Male in Nürtingen
    • Lab- und Geocaching in der Altstadt von Nürtingen

Marktplatz von Nürtingen

    • Einkehr im Biergarten der Fischerhütte Neckarwasen
    • Fotostopp am Hundertwasserhaus „Wohnen Unterm Regenturm“ in Plochingen

Hundertwasserhaus "Wohnen Unterm Regenturm" in Plochingen

    • Labcaching im Kulturpark Dettinger in Plochingen

Kulturpark Dettinger in Plochingen

  • Einchecken im Hotel Ecoinn in Esslingen
  • Spaziergang durch die Altstadt

Historisches Rathaus in Esslingen am Neckar

  • Abendessen im 1582
  • Spaziergang zur Esslinger Burg

Gedeckter Treppenweg hinauf zur Esslinger Burg

  • Fotospot Blick auf Esslingen

Blick vom Treppenweg auf die Altstadt von Esslingen

3. Tag: Von Esslingen am Neckar nach Besigheim

  • Radtour von Esslingen nach Besigheim: 62 km und 130 hm
    • Am Bahnhof Marschverpflegung in der Bäckerei Sehne kaufen
    • Mittagspause im Bootshaus Biergarten in Marbach
    • Pause Mayer’s Loop | Streetfood & Drinks am Neckar in Mundelsheim
    • Blick auf die Hessigheimer Felsengärten

Blick auf die Hessigheimer Felsengärten

  • Einchecken in Bernes Altstadthotel & Weinbar
  • Spaziergang durch die Altstadt

Blick auf Besigheim vom Fluss aus

  • Abendessen im Biergarten von Bernes Altstadthotel & Weinbar

Biergarten von Bernes Altstadthotel & Weinbar

  • Spaziergang zur Stauferstele und zum Stadttor

Historisches Rathaus und Marktplatz von Besigheim

Stadttor von Besigheim

4. Tag: Von Besigheim nach Mosbach

  • Radtour von Besigheim nach Mosbach: 70 km und 210 hm
    • Runde durch die Altstadt von Lauffen am Neckar mit dem Fahrrad

Altstadt von Lauffen am Neckar

Blick auf Bad Wimpfen

    • Kleiner Umweg: Mittagessen im Bräustüble in Gundelsheim

Schloss in Gundelsheim

    • Bei Neckarzimmern den Radweg verlassen und die Neckarseite wechseln
    • Ausgeschilderten Radweg nach Mosbach folgen
  • Einchecken im Hotel Lamm in Mosbach
  • Spaziergang durch die Altstadt

Marktplatz von Mosbach am Abend

  • Abendessen im Ludwig in Mosbach
  • Abendspaziergang durch die Altstadt

Historische Altstadt von Mosbach

5. Tag: Von Mosbach nach Heidelberg

  • Radtour von Mosbach nach Heidelberg: 64 km und 250 hm
    • Über ausgeschilderten Radweg nach Obrigheim zum Neckartal-Radweg
    • Vorbei an Schloss Zwingenberg

Schloss Zwingenberg

    • Runde durch die Altstadt von Eberbach mit dem Fahrrad

die Altstadt von Eberbach

    • Mittagessen im Gasthof zum Krabbenstein in Eberbach
    • Fotospot Burg Hirschhorn

Blick auf Burg Hirschhorn

    • Pause im Biergarten der alten Scheune in Neckargemünd
    • Runde durch die Altstadt von Neckargemünd mit dem Fahrrad

die Altstadt von Neckargemünd

    • Ankunft Bahnhof Heidelberg-Altstadt

Blick auf Heidelberg aus dem Neckartal

  • Rückfahrt ins Saarland mit der Bahn

Unsere Erwartungen bei der Planung dieser Tour wurden voll erfüllt. Ich würde diese Tour jederzeit wieder genauso wir hier dargestellt fahren wollen. In den nächsten Wochen werde ich euch die ein- oder andere Etappe dieser Radtour noch genauer vorstellen.

 

Mein Fazit

Diese fünftägige Radtour über den Neckartal-Radweg war rundum gelungen und hat alle Erwartungen übertroffen. Die Strecke ist überwiegend hervorragend ausgebaut und beschildert – man kann sich wirklich entspannt zurücklehnen und die Fahrt genießen, ohne sich ständig orientieren zu müssen. Dank der geringen Steigungen und der sanften Abfahrt entlang des Flusses ist die Tour ideal für Genussradler, die neben dem Radeln auch die Landschaft und Kultur in vollen Zügen erleben möchten.

Die abwechslungsreiche Neckarlandschaft hat uns begeistert: mal weite Flussauen, dann wieder steile Weinberge, dichte Wälder und immer wieder beeindruckende Ausblicke auf Burgen und Schlösser – besonders gegen Ende der Tour, wenn die romantischen Gemäuer am Horizont auftauchen. Die historischen Altstädte mit ihrem liebevollen Fachwerk, wie Esslingen, Besigheim oder Mosbach, waren wahre Perlen und luden immer wieder zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Besonders positiv hervorheben möchte ich die vielen Labcaches vor Ort, die uns auf unterhaltsame Weise durch die Gassen geführt und den Spaziergang durch die Altstädte noch interessanter gemacht haben. Auch die zahlreichen Fotospots entlang der Strecke – vom Hundertwasserhaus in Plochingen bis zur Burg Hirschhorn – haben für unvergessliche Momente gesorgt.

Und last but not least: Die Unterkünfte und Restaurants, die wir für unsere Übernachtungen und Abendessen gewählt haben, waren durchweg zu empfehlen. Ob Gasthaus Bären in Tübingen, das 1582 in Esslingen oder der Biergarten in Besigheim – überall gab es nicht nur leckeres regionales Essen, sondern auch eine einladende Atmosphäre. Ich würde jede dieser Adressen jederzeit wieder empfehlen und gerne erneut einkehren.

Alles in allem war es eine für uns perfekte Tour, die sowohl sportlich als auch kulturell und kulinarisch rundum überzeugt hat. Absolut empfehlenswert für alle, die Radfahren, Geocaching, Geschichte und Genuss miteinander verbinden möchten!

 

Die interaktive Karte unserer Radtour

Auf der folgenden interaktiven Karte könnt Ihr nochmal den Verlauf unserer Radtour von Tübingen über den Neckartal-Radweg nach Heidelberg sehen. Den genauen Verlauf der Radtour, unsere Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten, die wir genutzt haben, habe ich euch ebenfalls eingezeichnet. Da wir an den fünf Tagen 110 Lab- und Geocaches geloggt haben, verzichte ich in diesem Beitrag darauf, alle in der Karte einzuzeichnen. Das werde ich bei den Detailbeträgen aber noch nachholen. Bitte beachtet, dass alle Links zu Unterkünften sogenannte Provisionslinks sind. Wenn ihr darüber bucht, kostet es euch nicht mehr und ich bekomme eine kleine Provision. Im Voraus besten Dank für eure Unterstützung meines Blogs!

Falls euch unsere Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Bei Komoot habe ich eine Collection mit allen einzelnen Etappen eingestellt.

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Wie hat euch mein Überblicksartikel zu unserer Tour „5 Tage über den Neckartal-Radweg“ gefallen? Wäre diese Tour auch etwas für euch? Welche Mehrtages-Radtouren verbindet ihr mit Geocaching? Wie immer freue ich mich über eure Kommentare unter diesem Beitrag!

Saarfuchs

Jörg (Saarfuchs) betreibt Geocaching seit 2008. Sein besonderes Interesse galt zunächst Mysteries, dann den T5-Caches und mittlerweile den Lostplaces. Zu seinen Hobbies gehören Reisen, Fotografieren, Bergwanderungen und Hochtouren. Er geht weltweit auf Dosen-Suche und berichtet in seinem Blog regelmäßig mit vielen Fotos über sein “Geocaching” und damit verwandte Themen.

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