Ein Abend am Grill, ein Zeitzeuge der ersten Stunde und ein Logbuch im XXL-Format: Der Beitrag erzählt die Details rund um dieses besondere Revival.
Verratet uns unten, ob solche Oldie-Events auch etwas für euch wären.
Einleitung
Am Dienstag, den 7. Juli 2026, jährte sich das erste deutsche Geocaching-Event zum 25. Mal. Zusammen mit Eva (dog$) und Susi (Leosue) habe ich (Jens aka. Team_jens_tr) zu diesem Anlass das Revival-Event „Southern BBQ (25 Years)“ organisiert. Ein Rückblick auf die Hintergründe, den Eventabend und ein Stück europäische Cacher-Geschichte.
Die Idee: Von einem Mystery zum Event
Der ausschlaggebende Impuls erfolgte schon im März 2025. Damals erschien der Rätselcache „Premiere„, der sich thematisch mit dem ersten deutschen Event befasste. Da ich in Leinfelden-Echterdingen aufwuchs und die lokalen Grillplätze ausgezeichnet kannte, half ich bei ein paar Details zum Rätsel und durfte den Betatest machen. Beim Wälzen der historischen Daten dachte ich mir: Das Vierteljahrhundert müssen wir feiern. Also landete prompt ein Reminder in meinem Kalender.
Einige Monate vergingen, Anfang 2026 poppte die Erinnerung im Kalender auf, und an Ostern erzählte ich Eva (dog$) auf der Fahrt zum Mega-Event nach Mannheim von der Idee. Sie war sofort Feuer und Flamme. Zwar geriet die Idee im Trubel des Alltags kurz wieder in Vergessenheit, doch Eva ließ nicht locker, holte kurzerhand Susi (Leosue) mit ins Orga-Boot und wir machten Nägel mit Köpfen.
Das historische Fundament des Events ist bemerkenswert: Das ursprüngliche „Southern BBQ“ von Giorgio & CATW am 7. Juli 2001 war nicht nur das erste Event in Deutschland, sondern nach jüngsten Recherchen das erste in Europa und das erste außerhalb der USA überhaupt. Obwohl ein Dienstagabend unter der Woche logistisch nicht ideal schien, war es uns wichtig, das Revival exakt auf den Tag und die Uhrzeit des Originals zu legen. Die rasch steigenden „Will Attend“-Zahlen bestätigten das Interesse der Community.
Die Location: Geschichte wiederholt sich
Als Veranstaltungsort diente die Grillwiese im Echterdinger Wald, exakt an den Original-Listingkoordinaten von 2001. Kurioserweise wiederholte sich die Geschichte vor Ort: Wie vor 25 Jahren war der Grillplatz bereits durch eine Parallelveranstaltung von Muggeln belegt. Damals musste die Handvoll Cacher spontan auf einen anderen Platz ausweichen. Wir konnten uns dieses Mal jedoch unkompliziert mit den anderen arrangieren. Am Ende teilten sich knapp 70 Geocacher und gut doppelt so viele Muggel friedlich den Grill und die Wiese.
Auch der Wettergott ist anscheinend Geocacher: Nach den extrem heißen Wochen zuvor präsentierte sich der Abend trocken, mit reichlich Sonnenschein und angenehm temperiert. Daher bekamen wir auch kurzfristig vom Forstrevierleiter grünes Licht, den Grill anzuwerfen. Für uns Orgas fielen damit einige Sorgensteine vom Herzen.
Die nahegelegenen Wanderparkplätze boten genug Platz für alle Cachermobile, Fahrräder wurden direkt an der Wiese geparkt, und die mitgebrachte Grillkohle ersparte uns das Feuerholzsammeln. Selbst die im Listing vorsorglich erwähnten Zecken und Eichenprozessionsspinner hielten sich dezent im Hintergrund – selbst als einige Cacher zwischendurch den umliegenden Wald nach Dosen absuchten.
Das Event: Würste, Muffins und ein riesiges Logbuch
Da wir auf Selbstversorgung gesetzt hatten, blieb der Rost fest in der Hand der klassischen „Schwaben-Diät“: Rote Wurst, Bratwurst und Schweinehals dominierten das Geschehen, flankiert von ein paar Veggie-Alternativen. Ein paar Cacher hatten Salate und Snacks für die Allgemeinheit spendiert, und von uns als Orga-Team gab es Muffins mit einer „25“- und „BBQ“-Deko.
Ein normales Logbuch wäre diesem Anlass natürlich nicht gerecht geworden. Also bastelten wir einen 1,5 × 1,0 Meter großen BBQ-Schriftzug aus Pappe mit einer silbernen Jubiläumszahl, auf dem sich die Anwesenden eintrugen.
Das Highlight: Zeitreise mit Ehrengast „spatz1“
Der absolute Höhepunkt des Abends war der Besuch von spatz1 und seiner Familie, die unserer Einladung trotz langer Anreise folgten. Viele lokale Cacher kennen seinen Namen vom Oldie-Cache „Southpark„, einem der ältesten noch aktiven Caches in Baden-Württemberg, den er bis heute liebevoll pflegt. Aber in natura hatten ihn die wenigsten jemals getroffen.
Frank (spatz1) war tatsächlich beim Original-Event 2001 dabei gewesen. Als er am Abend zu uns stieß, fühlte es sich wie eine Zeitreise an. Er erzählte, wie er damals über den altehrwürdigen Heise-Ticker überhaupt vom Geocaching erfahren hatte. So ging es wohl den meisten der allerersten Pioniere in Deutschland.
Er ließ den 7. Juli 2001 noch einmal Revue passieren: wie sich eine Handvoll völlig Fremder verabredete, den überfüllten Grillplatz vorfand, neue Koordinaten hinterließ und dann bis tief in die Nacht zusammensaß – einfach, weil man sich zuvor noch nie live gesehen hatte und die Faszination für dieses neue Hobby teilte. Danach dauerte es gefühlt eine Ewigkeit, bis überhaupt das nächste Event stattfand. Besonders spannend waren seine Anekdoten über die Geocaching-Anfänge in Süddeutschland und darüber, warum Oldies wie „Southpark“ oder Bayerns ältester Cache „Two Countries / First Bavaria“ genau dort liegen, wo wir sie heute noch finden. Für alle Anwesenden war die Zeitreise ein echtes Erlebnis.
Das Fazit: Wiedersehen in fünf Jahren
Die Logeinträge, die seitdem eintrudeln, sprechen eine klare Sprache: Gelobt wird vor allem die unaufgeregte, entspannte Atmosphäre. Einfach mal wieder ganz traditionell am Feuer zu sitzen und in Ruhe Gespräche zu führen – und das eben mit dem besonderen Bonus, einem Zeitzeugen der ersten Stunde lauschen zu können.
Auch aus Orga-Sicht hat es sich definitiv gelohnt: Der Aufwand für ein solches Event ist erfreulich überschaubar, der emotionale Ertrag dafür riesig. Das Format hat bewiesen, dass die Cacher-Community auch unter der Woche für geschichtsträchtige Events brennt.
Würden wir etwas anders machen? Eigentlich nicht. Aber natürlich träumt man als Orga immer ein wenig weiter. Wer weiß, vielleicht streben wir für das 30. Jubiläum im Jahr 2031 den Mega-Status an? Mit einer großen, gemieteten Waldhütte direkt an der Grillwiese, fließendem Wasser und echten Toiletten wäre es nicht unrealistisch. Wir werden sehen, wo die Reise hingeht.
Ein großes Dankeschön geht an Eva (dog$) und Susi (Leosue) für die perfekte Teamarbeit, an Frank (spatz1) für die historischen Einblicke und natürlich an Jörg für die Veröffentlichung dieses Berichts auf saarfuchs.com.
Impressionen vom Event Southern BBQ (25 Years)
Hier ein paar Bilder des Events, die mir vom Owner freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden.
Vielen Dank dafür!
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Wie hat Euch dieser Gastbeitrag gefallen? Wäre das Event auch etwas für euch gewesen? Wie immer freue ich mich über eure Kommentare unter diesem Beitrag!












