Ein Mega-Event ohne Eintritt, mit fairen Preisen und einer durchdachten DDR-Kulisse – das klingt nach einem gelungenen Geocaching-Wochenende.
Wer wissen möchte, was den Besuch in Lingen wirklich ausgemacht hat, findet im Bericht alle Details zur Tour.
Inhaltsverzeichnis
Meet & Greet
Als wir am späten Freitagnachmittag gegen Abend in Lingen im Emsland ankamen, zeigte sich das Wetter leider von seiner recht bescheidenen Seite. Aus diesem Grund entschieden wir uns spontan dagegen, das offizielle Vorevent zu besuchen und blieben stattdessen direkt in der Stadt. Um die Zeit sinnvoll zu nutzen und die historische Altstadt zu erkunden, starteten wir ein LabAdventure – für uns Geocacher immer eine hervorragende Möglichkeit, die versteckten Winkel und geschichtsträchtigen Details eines Ortes flexibel zu entdecken. Die Route führte uns unter anderem am historischen Rathaus von 1660 mit seinem markanten Treppengiebel vorbei, das den Mittelpunkt des Marktplatzes bildet.
Auf diese Weise lernten wir die Stadtgeschichte ganz ohne Zeitdruck kennen, bevor wir den Tag schließlich in gemütlicher Runde beim Abendessen mit Freunden ausklingen ließen.
Eventgelände & Infrastruktur
Da aus den Announcements der Organisatoren bereits im Vorfeld bekannt war, dass die Parkplätze in der Nähe des Eventgeländes knapp sein würden, machten wir uns schon recht zeitig auf den Weg zum Mega-Event. Als wir kurz vor 10 Uhr vor Ort ankamen, ergatterten wir noch einen Stellplatz am Rand eines landwirtschaftlichen Weges.
Gegen halb elf öffnete der Einlass und wir durften das Gelände betreten, welches passend zum übergeordneten Thema „DDR“ dekoriert war. In der Nähe der verschiedenen Getränke- und Essensstände war ein Außenbereich mit Sitzmöglichkeiten im Freien eingerichtet.
Ergänzend dazu stand für die Besucher ein wettergeschützter Bereich mit Tischen und Bänken in einer Scheune zur Verfügung.
Für dringende Bedürfnisse waren auf dem Areal fünf Dixie-Toiletten aufgestellt.
Es war somit die notwendige Infrastruktur vorhanden, die für die Durchführung eines solchen Events benötigt wird.
Registrierung
Da der Eintritt zu diesem Mega-Event kostenlos war, entfiel für uns eine vorherige Registrierung. Die vorbestellten Artikel sowie die Gewinne aus der Tombola konnten direkt beim Organisationsteam an einer zentralen Holzhütte abgeholt werden.
Vor dieser Hütte bildeten sich im Laufe des Tages immer wieder kleinere Warteschlangen.
Catering
Auf dem Eventgelände wurden Kaffee und Kuchen in einem kleinen Pavillon angeboten.
Die Preise für das Gebäck und die Heißgetränke waren dabei sehr günstig kalkuliert.
Weiter oben, im Bereich mit den Bänken und Tischen, stand passend zum historischen Thema des Events eine große Feldküche bereit.
Das Essen ist lecker und abwechslungsreich. Auch diese Preise waren für eine Veranstaltung dieser Größenordnung ausgesprochen fair.
Die Essensausgabe ging bei meinem Besuch recht fix, sodass ich kaum warten musste. Gleich daneben befand sich noch ein separater Getränkestand, der ebenfalls mit sehr fairen Preisen aufwartete.
Logbuch
Als einer der ersten Besucher durfte ich das Eventgelände betreten und stieß dabei auf ein noch völlig unberührtes Logbuch. Die Veranstalter hatten für die Unterschriften der Geocacher ein großes Segment der DDR-Mauer aufgebaut.
Auf dieser nachgebildeten Mauer trug ich mich als allererster ein, was mir in meiner bisherigen Geocaching-Laufbahn bei einem Mega-Event auch noch nie passiert ist.
Dieses Mauersegment bietet den großen Vorteil, dass es genügend Platz für die mehr als 1.000 angemeldeten Geocacher zum Loggen bietet.
Händlermeile
Neben der Hütte des Organisationsteams war auf dem Gelände Platz für drei Händlerstände reserviert. Zunächst ging ich bei Melanie vorbei, die hier vor Ort mit ihrem Onlineshop GEO-VERSAND vertreten war.
Gleich daneben traf ich auf Anja und Mario vom Laser-Logo-Shop, die ich ebenfalls schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr persönlich gesehen hatte.
Als dritter Händler in dieser Reihe präsentierte sich das Geocaching-Magazin. Leider waren Christian und Rosi an diesem Tag persönlich verhindert, weshalb sie eine Vertretung für den Standbetrieb geschickt hatten.
Gegenüber der Holzhütte entdeckte ich in einem separaten Zelt zudem einen kleinen Tisch von Snag-the-Tag. Dieses Suchspiel wurde im Jahr 2018 von zwei begeisterten Geocachern ins Leben gerufen und funktioniert als Outdoor-Aktivität ähnlich wie Geocaching, wobei hier der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund steht, da nur der jeweils Erste (FTF) eine versteckte Marke finden und behalten kann.
Etwas weiter entfernt am Rande des Eventgeländes, leicht versteckt direkt neben einer Scheune, hatte das Team von geoclimbing seinen Stand für Kletterausrüstung aufgebaut.
Auf der Freifläche vor dieser Scheune traf ich schließlich noch auf die bekannte Geocacherin TeddyWB.
Ausstellung / In der Halle
TeddyWB wirbt auf diesem Event für ihr Kinderbuch „Teddy & Muli“. Die beiden titelgebenden Hauptfiguren sind in Form von großen Pappaufstellern gestaltet und bereits von Weitem gut auf dem Gelände zu sehen.
Am Nachmittag veranstaltet die Autorin im Inneren der Scheune eine Lesung, um ihr Geocaching-Kinderbuch den interessierten Besuchern und Familien näher vorzustellen.
Falls ihr mehr über dieses Geocaching-Buch von TeddyWB erfahren möchtet, so werft doch mal einen Blick in meinen Blogbeitrag Teddy & Muli – Abenteurer auf Schatzsuche (Buchbesprechung).
Location
Das komplette Eventgelände ist vom Orgateam und den fleißigen Helfern detailgetreu in die ehemalige DDR verwandelt worden. Überall auf dem Areal sind thematisch passende Relikte und Dekorationen zu sehen.
So finde ich in einer kleinen Garage die Hälfte eines grünen Trabants, der zu einem Anhänger umgebaut wurde.
Neben dem Weg steht zudem ein als Militärfahrzeug hergerichtetes, olivgrünes Geländefahrzeug.
Oben im wettergeschützten Bereich der Scheune ist ein großer Tisch speziell zum Tauschen von Trackables hergerichtet.
Weiter unten finde ich die Tische der Woodcoin-Begeisterten, die hier ihre hölzernen Sammlerstücke zum Tausch anbieten.
Gegen eine kleine Gebühr kann ein Eventpass erworben werden, mit dem man an insgesamt fünf verschiedenen Spielen teilnehmen kann.
Dazu gehört zum Beispiel eine Station mit einem Heißen Draht.
An einem anderen Stand wird Dosenwerfen auf sehr große Konservendosen angeboten.
Mir macht es jedenfalls großen Spaß, mich mit meinem Fotoapparat hier auf dem Eventgelände umzuschauen und die vielen Details festzuhalten.
Labcaches
Auf dem Veranstaltungsgelände selbst sind zwei LabAdventures mit jeweils zehn Stationen zu finden. Bei der ersten Runde gilt es, zehn Figuren von MfS-Mitarbeitern aufzuspüren und deren jeweilige Nummer in die Adventure-Lab-App einzugeben.
Insgesamt sind diese kleinen, festgeschraubten Männchen über das gesamte, recht überschaubare Eventgelände verteilt.
Dieses LabAdventure empfinde ich persönlich jedoch eher als schwach, da es wenig abwechslungsreich gestaltet ist. Zudem lässt sich den einzelnen Männchen nur schwer die richtige Position auf der digitalen Karte zuordnen, da sie alle sehr dicht beieinanderliegen. Man muss daher bei der Code-Eingabe viel ausprobieren, was dem Spielspaß eher abträglich ist.
Das zweite Adventure befindet sich im Bereich der Scheune bei TeddyWB. Dort kann ich allerdings aufgrund meines sehr schlechten Mobilfunkempfangs vor Ort kaum Stationen spielen. Liebes Geocaching HQ, wann wird es endlich eine offizielle Offline-Möglichkeit für Labcaches geben?
Event-Caches
Kurz nach 14 Uhr verlassen wir das Eventgelände, da wir im Anschluss noch einige Geocaches in der Umgebung suchen wollen. Zu diesem Zweck fahren wir mit dem Auto zum gut zwei Kilometer entfernten Dortmund-Ems-Kanal, einer bedeutenden, rund 220 Kilometer langen Bundeswasserstraße, die das Ruhrgebiet mit der Nordsee verbindet.
Auf der einen Seite des Kanals laufen wir eine Strecke von etwa zweieinhalb Kilometern entlang und können dabei insgesamt acht Traditional Caches erfolgreich aufspüren und loggen.
An der Schleusenanlage unterbrechen wir unsere Wanderung, um das dortige LabAdventure rund um Owandis Cachemobil zu spielen, das heute an dieser Position parkt.
Direkt im Anschluss widmen wir uns der besonderen Dose „CPZ 02 – Kuchen suchen„, die ein kreatives Rätsel bereithält, und holen uns als Belohnung für die erfolgreiche Bergung Kaffee und Kuchen im nahegelegenen Café. Nach einer ausgedehnten Kaffeepause setzen wir unseren Weg auf der gegenüberliegenden Kanalseite fort und wandern zurück in Richtung Auto.
Auf diesem Rückweg loggen wir noch sechs Event-Mystery-Caches, welche die GöttingerGöttin erfreulicherweise schon im Vorfeld für uns gelöst hat, wofür wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken.
Signal & Lackeys
Während ich von etwa 10 Uhr bis kurz nach 14 Uhr auf dem Eventgelände unterwegs bin, kann ich weder einen grünen Frosch (Signal), noch einen Lackey sehen.
Die Abendveranstaltung
Da das Event offiziell um 17 Uhr endete, gab es keine Abendveranstaltung.
CITO
Am Sonntagmorgen stand in der Event-Planung eigentlich ein CITO auf dem Programm. Da wir jedoch bei der Vorbereitung unserer Tour erfreulicherweise einen der begehrten freien Startplätze im Kalender der bekannten „Rätsel – Zelle“ ergattern konnten, verzichteten wir auf den Aufräumeinsatz und spielten stattdessen diesen hochfavorisierten Multi-Cache.
Bei der Lösung der Stationen hakte es bei uns im weiteren Verlauf allerdings gewaltig. Die im Listing für Notfälle angegebene Hilfe-Telefonnummer funktionierte bei unserem Versuch natürlich nicht, da der Owner zu diesem Zeitpunkt verständlicherweise vollkommen mit der Organisation seines Events beschäftigt war. Erst durch die Unterstützung eines externen Telefonjokers gelang es uns schließlich uns erfolgreich im Logbuch zu verewigen.
Mein Fazit
„Checkpoint Zelle“ war für mich ein rundum gelungenes Mega-Event, das in vielerlei Hinsicht positiv überrascht hat. Das Organisationsteam hat mit viel Liebe zum Detail eine stimmungsvolle DDR-Atmosphäre geschaffen, die dem Event einen ganz besonderen Charakter verlieh – vom olivgrünen Militärfahrzeug über den halbierten Trabant bis hin zur authentischen Feldküche. Selten habe ich auf einem Geocaching-Event eine so konsequent durchdachte Themenumsetzung erlebt.
Besonders hervorzuheben ist das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis: Der freie Eintritt, die fairen Preise beim Catering und die vielfältigen Aktivitäten – von der Händlermeile über die Spiele mit dem Eventpass bis hin zu den LabAdventures – machten den Besuch für Geocacher jedes Alters attraktiv. Dass ich mich als Allererster ins Logbuch an der nachgebauten DDR-Mauer eintragen durfte, war dabei ein ganz persönliches Highlight, das ich so schnell nicht vergessen werde.
Alles in allem hat das Team rund um „Checkpoint Zelle“ bewiesen, dass ein Mega-Event nicht pompös sein muss, um zu begeistern – Herzblut, ein kreatives Thema und eine familiäre Atmosphäre reichen völlig aus. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Mal!
** ** ** ** **
Habt Ihr auch „Checkpoint Zelle“ besucht? Wie hat es Euch dort gefallen? Oder warum habt Ihr euch entschieden, nicht dorthin zu fahren? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Artikel!
Ihr interessiert Euch für weitere Geocaching-Veranstaltungen? Dann werft doch mal einen Blick in den großen Geocaching-Eventkalender.







































Finde mich bei deiner Beschreibung wieder. Tolles Event mit viel Liebe zur DDR :)
Als verstäteter Tipp für den Lab vor Ort: Die ersten beiden Stellen geben die Labstation preis. Also MFS-G0512 ist die 5. Station des Labs gewesen ;) Kommt man aber nur drauf, wenn man drauf achtet nach der 3. Station, oder es einem jemand sagt :)
Dank‘ Dir für die Info und ja, das hätte geholfen.