63 Kilometer, zwei Biergärten und jede Menge Weinberge: Die zweite Etappe des Neckartal-Radwegs bietet viel Abwechslung und lässt sich gut an einem Tag fahren.
Hier findest du meine Eindrücke, die auf der Strecke geloggten Geocaches, praktische Tipps und die GPX-Datei zum Nachfahren.
Die Daten der 2. Etappe von Esslingen nach Besigheim
Auf meiner zweiten Etappe auf dem Neckartalradweg ging es für mich von Esslingen weiter flussabwärts bis nach Besigheim. Die Strecke legte dabei einen spürbaren Wandel an den Tag: Zu Beginn dominierten noch weitläufige Industriegebiete rund um die Ausläufer von Stuttgart das Bild, bevor der Weg mich schließlich schrittweise in die eindrucksvollen Weinanbaugebiete führte. Große Abschnitte der Route verliefen direkt in Sichtweite des Neckars, dessen Flussseite ich im Tagesverlauf mehrfach wechselte.
Ausgiebige Besichtigungen standen dieses Mal zwar nicht auf dem Programm, dafür boten zwei gemütliche Biergärten direkt am Radweg eine hervorragende Gelegenheit für ausgedehnte Pausen. Bei erneut extrem heißen Sommertemperaturen von weit über 30 Grad legte ich die rund 63 Kilometer in etwas mehr als sechs Stunden zurück und begnügte mich unterwegs mit insgesamt vier geloggten Traditional Caches.
Raus aus Esslingen
Da auch heute wieder sonniges Wetter mit Temperaturen weit über 30 Grad gemeldet sind, starten wir am Hotel Ecoinn (Provisionslink) schon um halb neun Uhr. Vom Hotel aus rollen wir zum markierten Neckartal-Radweg und radeln weiter durch die Innenstadt über parallel zu den Straßen verlaufende Radwege.
Am Bahnhof legen wir eine kurze Pause ein, um in einer Bäckerei eine Notration für unterwegs einzukaufen. Dann setzen wir die Fahrt über den Bahnhofsplatz fort und orientieren uns dabei stets an der Radbeschilderung.
Nach einiger Zeit trennt sich der Radweg kurz von der Straße und wir fahren an modernen Bürogebäuden vorbei.
Ein kurzes Stück weiter werden wir über die vielbefahrene Landstraße geführt und können die ersten Weinberge für heute bewundern.
Nach einer abenteuerlichen Wegführung mit vielen Richtungsänderungen und einigen Unterführungen kommen wir schließlich wieder zum Neckar.
Vorbei an Stuttgart
Kurz vor Mettingen erreichen wir den Neckar. Verkehrsberuhigt radeln wir über einen Freizeitweg parallel zum Fluss.
Dabei passieren wir einen Neckarhafen und rollen unter einigen Brücken hindurch.
In Untertürkheim verlassen wir den Neckar kurz und fahren am Bahnhof über eine riesige Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die uns auf die andere Seite einer vielbefahrenen Straße bringt.
Danach werden wir wieder zum Neckar zurückgeleitet und folgen diesem weiter flussabwärts. An einigen Stellen ist der Radweg recht eng, sodass wir auf Gegenverkehr achten müssen.
Aber wenigstens sind wir so abseits der großen Straßen unterwegs.
Durch Bad Cannstadt
Nach einiger Zeit merken wir, dass es wieder urbaner wird: Wir radeln unter einer großen Brücke mit U-Bahn-Schildern hindurch.
Wir haben Bad Cannstatt erreicht. Kurz darauf wechseln wir die Neckarseite über eine markante Radbrücke in Metallkonstruktion.
Danach geht es weiter am Neckar entlang, der auch hier im Stadtgebiet ziemlich begrünt ist. Wir radeln durch einen schönen Park.
Anschließend passieren wir ein großes Industriegebiet. Hier wurde zum Schutz der Radfahrer ein spezielles Dach angebracht, das vor herabfallendem Material durch die Kräne schützt.
Trotz des Industriegebiets ist dieser Abschnitt recht idyllisch und grün, und es sind kaum Autos in der Ferne zu hören.
Wir kommen an einer U-Bahn-Haltestelle vorbei und erreichen kurz darauf den Ortsrand von Bad Cannstatt.
Jetzt wird es wieder merklich ruhiger.
Mitten durch die Weinberge
Jetzt radeln wir entlang einer großen Neckarschleife bei Freiberg, wo wir unmittelbar unterhalb eines großen Weinbergs fahren.
Der Weinbau blickt im Neckartal auf eine jahrhundertealte Tradition zurück, die nachweislich bis in die Römerzeit reicht. Bereits die Römer brachten damals die Reben in die Region, und im Mittelalter prägten vor allem Klöster den Ausbau der terrassierten Steilhagen. Heute gehört das Württembergische Weinanbaugebiet zu den großen deutschen Anbauregionen, in denen vor allem traditionelle Rebsorten wie Trollinger und Riesling an den sonnenverwöhnten Hängen kultiviert werden.
Schade, dass hier weit und breit kein Ausschank zu sehen ist – in der Pfalz wäre an einem solchen Radweg doch zumindest ein praktischer Weinautomat zu finden, bei dem man sich eine erfrischende Abkühlung besorgen könnte.
Immer am Neckar entlang
Unterwegs halten wir an, da gerade eine Nilgans-Familie den Radweg kreuzt.
Wir stellen unsere Fahrräder so auf, dass wir die kleinen Gänse vor heranbrausenden Radfahrern schützen. Leider gibt es da einige Unbelehrbare, die nicht einmal ein wenig das Tempo drosseln. Etwas weiter bekommen wir diesen schönen Blick auf Poppenweiler geboten.
Danach radeln wir weiter durch eine offene Feld- und Wiesenlandschaft gänzlich ohne Schatten. Und das ausgerechnet jetzt, wo die Temperaturen im Tagesverlauf immer weiter nach oben klettern.
Es geht stramm auf die Mittagszeit zu – jetzt wäre ein schattiger Biergarten genau das Richtige. Doch bisher haben wir direkt am Ufer leider noch keine Einkehrmöglichkeiten entdecken können.
So ruht unsere ganze Hoffnung auf dem nächsten größeren Ort Marbach am Neckar.
Nach der nächsten Neckarschleife taucht Marbach langsam am gegenüberliegenden Ufer auf.
Wir haben Glück: Auf der anderen Flussseite können wir einen großen Biergarten entdecken und nur ein kurzes Stück weiter eine Radbrücke, die uns bequem hinüberbringt.
Wir kehren im schattigen Bootshaus-Biergarten ein und genießen dort eine ausgiebige Pause von einer guten Stunde. Frisch gestärkt setzen wir gegen halb eins unsere Fahrt fort.
Durch Benningen
Kurze Zeit später führt uns der Neckartal-Radweg mitten durch den kleinen Ort Benningen. Wir fahren dabei entspannt durch verkehrsberuhigte Straßen.
Dabei kommen wir an so manchem schönen Fachwerkhaus vorbei. Die fränkisch-schwäbische Fachwerkarchitektur prägt mit ihren charakteristischen Holzkonstruktionen, reich verzierten Giebeln und historischen Gefachen seit Jahrhunderten das Ortsbild vieler altgedienter Siedlungen entlang des Neckars und zeugt von einer langen handwerklichen Bautradition in der Region.
In der Ortsmitte biegen wir nach rechts in die Hauptstraße ein und wechseln auf der breiten Autobrücke auf die andere Flussseite.
Dort verlassen wir die Straße schnell wieder und biegen direkt in einen separaten Radweg ein.
Weiter durch die Weinberge
Dieser führt uns idyllisch mitten durch die Weinberge. Sehr angenehm ist der stellenweise wohltuende Schatten.
Etwas weiter können wir zusehen, wie eine Spezialfirma mit einer recht großen Drohne den Weinberg bearbeitet und Pflanzenschutzmittel ausbringt. Das ist im steilen Gelände sicher deutlich wirtschaftlicher und flexibler als der Einsatz eines Hubschraubers.
Danach zwischen Wiesen und Feldern hindurch
Nachdem wir erneut die Neckarseite gewechselt haben, passieren wir den kleinen Ort Freiberg am Neckar, den wir aber schnell hinter uns lassen.
Danach verläuft die Fahrt sehr gemütlich zwischen Wiesen und Feldern hindurch parallel zum Altneckar. Die Neckarregulierung und -begradigung, die im großen Stil ab dem 19. Jahrhundert und verstärkt im 20. Jahrhundert durchgeführten Kanalisierungsmaßnahmen vorangetrieben wurde, verwandelte den einst reißenden und oft unberechenbaren Wildfluss in eine tiefgelegene Schifffahrtsstraße mit zahlreichen Schleusen und Altwasserarmen.
Kurz danach überqueren wir an einer Schleuse den Fluss erneut. Dort schaue ich einem Containerschiff fasziniert dabei zu, wie es gerade in die Schleusenkammer einfährt.
Danach radeln wir weiter durch eine offene und fast völlig schattenlose Agrarlandschaft.
An den Rändern des an dieser Stelle recht breiten Neckartals tauchen schließlich wieder die ersten Weinberge auf.
Mitten durch die Weinregion
Wir verlassen den landwirtschaftlichen Weg und biegen in einen Radweg parallel zur Landstraße ein, wo ich eine kleine Abfahrt genießen kann.
Hier sind wir wieder unmittelbar unterhalb der Weinberge unterwegs. Etwas weiter verlassen wir die Landstraße und folgen erneut dem Neckarufer. Neben einem Schwimmbad befindet sich direkt am Radweg der Biergarten „Mayer’s Loop | Streetfood & Drinks Am Neckar“. Natürlich legen wir eine spontane Pause ein und gönnen uns ein erfrischendes, kaltes Radler.
Nach einer guten halben Stunde fahren wir weiter, stets begleitet vom herrlichen Blick auf die Weinberge an den Neckarhängen.
Oft verläuft der Radweg in direkter Ufernähe, wie hier an einer großen Schleuse.
Wir erreichen Hessigheim, einen charmanten Ort mit einer tief verwurzelten Weinbautradition. Die Geschichte des Ortes ist seit Jahrhunderten eng mit dem Weinbau verknüpft, der in den extrem steilen Muschelkalkfelsen oberhalb des Neckars ideale klimatische Bedingungen findet und für hervorragende Steillagenweine sorgt.
Auch hier gibt es einige wunderschöne Fachwerkhäuser zu bewundern, wie das prachtvolle historische Rathausgebäude.
Den Ort lassen wir schnell hinter uns. Der Radweg kürzt eine weit geschwungene Neckarschleife ab, und wir wechseln über eine moderne Radbrücke erneut die Flussseite.
Von der Brücke aus sind die bekannten Hessigheimer Felsengärten wunderbar zu sehen. Diese beeindruckende Felsformation aus Muschelkalk ragt steil über dem Neckar auf und entstand durch natürlichen Abrutsch großer Felsblöcke. Heute stehen die Felsengärten unter Naturschutz und sind als bedeutendes Geotop sowie als beliebtes Kletter- und Wandergebiet weit über die Region hinaus bekannt.
Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Etappenziel: Der nächste Ort auf der Route ist bereits Besigheim.
Ankunft in Besigheim
Wir verlassen den Neckartal-Radweg und radeln zur historischen Altstadt hinauf, wo sich unser Hotel Bernes Altstadthotel & Weinbar (Provisionslink) befindet.
Kurz nach halb drei Uhr erreichen wir das Hotel, wo unsere Fahrräder sicher im Fahrradkeller untergebracht werden. Unsere Akkus dürfen wir bequem auf dem Zimmer laden. Am Nachmittag schauen wir uns den tollen Weinort genauer an, aber das ist eine andere Geschichte …
Interaktive Karte meiner Radtour
Auf der folgenden Karte könnt ihr den genauen Verlauf meiner Radtour über den Neckartal-Radweg von Esslingen nach Besigheim sehen. Die von mir besuchten Sightseeing-Spots, meine Unterkünfte, sowie die Locations, wo ich unterwegs eingekehrt bin, habe ich euch ebenfalls eingezeichnet. Auch die vier Geocaches, die ich unterwegs geloggt habe, sind in der Karte zu finden. Die Karte ist interaktiv: Ihr könnt hinein- und herauszoomen und die Marker anklicken. Bei den Geocaches öffnet sich das Listing bei einem Klick auf den Cachenamen. Bitte beachtet, dass der Link zur Unterkunft ein sogenannter Provisionslink ist. Bucht ihr über diesen, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass ihr mehr zahlt. Damit unterstützt ihr meinen Blog!
Falls euch meine Tour interessiert, so könnt ihr hier meine gpx-Datei herunterladen. Inzwischen habe ich diese Radtour auch in meinem Komoot eingestellt.
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Diese Tour habe ich im Rahmen meiner Radtour über den Neckartal-Radweg von Tübingen nach Heidelberg unternommen. Meinen Überblicksbeitrag zu dieser Tour findet ihr unter Radfahren & Geocaching: 5 Tage auf dem Neckartal-Radweg.
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Wie hat euch mein Bericht von meiner Radtour über den Neckartal-Radweg von Esslingen nach Besigheim gefallen? Seid ihr selbst schon dort unterwegs gewesen? Was habt ihr in der Region unternommen und angeschaut? Wie immer freue ich mich auf eure Kommentare unter diesem Beitrag.








































